4 Punkte, auf die du achten solltest, wenn du ein Festgeldkonto hast
27. Juni 2025
Lesedauer: 11 Min

Inhaltsverzeichnis
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Ein Festgeldkonto zu besitzen bedeutet mehr als nur die Eröffnung. Achte aktiv auf das Laufzeitende, um eine automatische Verlängerung zu schlechten Zinsen zu vermeiden. Prüfe die Einlagensicherung, nutze deinen Steuerfreibetrag durch einen Freistellungsauftrag und vergleiche nach Ablauf der Frist neue Angebote oder alternative Anlageformen wie Tagesgeld.
Auf den Punkt
- Automatische Verlängerung prüfen: Achte auf das Ende deiner Laufzeit, da viele Banken dein Festgeld sonst automatisch zu oft schlechteren Konditionen verlängern.
- Steuern optimieren: Richte bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag ein, um bis zu 1.000 Euro Zinserträge pro Jahr steuerfrei zu erhalten.
- Sicherheit im Auge behalten: Vergewissere dich, dass deine Bank der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt, die dein Geld bis 100.000 Euro schützt.
- Laufzeit und Lebensplanung abgleichen: Deine finanzielle Situation kann sich ändern. Prüfe, ob die ursprünglich gewählte Laufzeit bei einer Neuanlage noch zu deinen Plänen passt.
- Alternativen vergleichen: Nach Laufzeitende ist der perfekte Zeitpunkt, um dein Festgeldangebot mit dem Markt zu vergleichen und die beste Option für dich zu finden.
Warum dein Festgeldkonto auch nach der Eröffnung Aufmerksamkeit braucht
Viele denken: „Festgeldkonto eröffnet – fertig.“ Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ein Festgeldkonto ist zwar eine sehr pflegeleichte Geldanlage, aber sie ist kein Selbstläufer. Wer sein Festgeldkonto aktiv im Blick behält, kann unnötige Verluste vermeiden und sogar mehr aus seinem Geld herausholen. Es geht darum, die richtigen Weichen zu stellen, besonders wenn das Ende der Laufzeit näher rückt. Wie das klappen kann? Erfährst du hier!
1. Zinsen und die automatische Laufzeitverlängerung im Auge behalten
Festgeldkonten haben einen klasse Vorteil: Für eine bestimmte Laufzeit erhältst du Zinsen – und die bleiben über die Zeit konstant. Das gibt dir Planungssicherheit.
Aber was passiert, wenn die Laufzeit abläuft? Hier lauert eine häufige Falle: die automatische Verlängerung, auch Prolongation genannt. Manche Banken verlängern das Festgeld dann automatisch um die ursprüngliche Laufzeit – und das oft zu den dann gültigen, meist aber schlechteren Konditionen. Schau dir deshalb rechtzeitig vor Laufzeitende an, welche Zinsen du danach bekommst, und entscheide bewusst, ob sich eine Verlängerung lohnt oder ob es bessere Angebote auf dem Markt gibt. In der Regel musst du einer Verlängerung bis zu einem bestimmten Stichtag (oft wenige Tage vor Ablauf) widersprechen.
Die Prolongations-Falle vermeiden
Die automatische Verlängerung ist bequem, kann dich aber bares Geld kosten. Stell dir vor, du hast dein Geld zu einem Aktionszins von 3,5 % angelegt. Wenn du die Kündigungsfrist verpasst, verlängert die Bank den Vertrag vielleicht zum Standardzins von nur noch 1,8 %. Um das zu verhindern, setze dir eine Erinnerung in deinem Kalender, die dich etwa drei Monate vor Laufzeitende alarmiert. So hast du genug Zeit, die aktuellen Konditionen deiner Bank zu prüfen, einen Marktvergleich durchzuführen und fristgerecht zu entscheiden, ob du kündigst, verlängerst oder wechselst.
2. Laufzeit und Verfügbarkeit regelmäßig prüfen
Festgeldkonten haben aber auch einen Haken: Einmal angelegt, bleibt dein Geld bis zum Ende der Laufzeit gebunden. Brauchst du es vorher, hast du oft Pech – eine vorzeitige Kündigung ist meistens nicht möglich oder nur mit hohen finanziellen Verlusten verbunden. Banken stimmen dem in der Regel nur in extremen Härtefällen zu, etwa bei drohender Arbeitslosigkeit oder Privatinsolvenz.
Überlege also immer, ob die gewählte Laufzeit noch zu deiner finanziellen Situation und Lebensplanung passt. Vielleicht planst du in der Zwischenzeit eine größere Anschaffung und benötigst das Geld früher als gedacht. Falls sich deine Pläne ändern, kann es sinnvoll sein, das Geld nach Ablauf der Frist flexibler anzulegen, anstatt es erneut für einen langen Zeitraum festzuschreiben. Mehr zur Wahl der richtigen Anlagedauer erfährst du in unserem Ratgeber: Festgeldkonto: Wie lange solltest du dein Geld anlegen?.
3. Die Steuern nicht vergessen – Freibetrag nutzen!
Festgeldzinsen sind Kapitalerträge und damit nicht steuerfrei: Sie unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer. Das bedeutet, die Bank führt automatisch 25 % deiner Zinserträge plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an das Finanzamt ab.
Es gibt aber einen Freibetrag, den sogenannten Sparerpauschbetrag. Damit sind für Einzelpersonen Kapitalerträge von bis zu 1.000 € pro Jahr steuerfrei (bei gemeinsam Veranlagten 2.000 €). Um diesen Freibetrag zu nutzen, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Liegen deine Zinserträge unter diesem Betrag, vermeidest du so den Steuerabzug komplett. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dies direkt bei Kontoeröffnung zu erledigen, um keinen Cent zu verschenken.
Beispiel: Sarah erhält auf ihr Festgeldkonto 800 € Zinsen im Jahr. Ohne Freistellungsauftrag würde die Bank ca. 211 € (25 % Abgeltungssteuer + Soli) an das Finanzamt abführen. Mit einem Freistellungsauftrag in voller Höhe von 1.000 € erhält Sarah die vollen 800 € Zinsen steuerfrei gutgeschrieben.
Falls du dein Festgeld im Ausland angelegt hast, kann es sein, dass du die Erträge in deiner Steuererklärung angeben musst.
4. Nach Laufzeitende Alternativen im Blick behalten
Nicht immer ist die Verlängerung deines Festgeldes die beste Wahl. Wenn dein Vertrag ausläuft, lohnt sich ein gründlicher Vergleich: Gibt es andere Banken mit besseren Zinsen? Oder hat sich deine Risikobereitschaft geändert und du brauchst mehr Flexibilität?
Vergleichstabelle: Anlage-Alternativen im Überblick
| Anlageform | Flexibilität | Renditepotenzial | Risiko |
|---|---|---|---|
| Festgeld | Niedrig (fest gebunden) | Garantiert, aber moderat | Sehr gering |
| Tagesgeld | Sehr hoch (täglich verfügbar) | Variabel, oft niedriger als Festgeld | Sehr gering |
| ETFs | Hoch (börsentäglich handelbar) | Hoch, aber nicht garantiert | Mittel bis hoch (Kursschwankungen) |
Eine Alternative könnte Tagesgeld sein, wenn du immer schnell an dein Geld kommen möchtest, oder ETFs, wenn du planst, längerfristig zu investieren und dafür bereit bist, ein höheres Risiko einzugehen. Mehr dazu liest du im Ratgeber: Geld sicher anlegen.
Falls du weiterhin ein dein Geld auf einem Festgeldkonto anlegen möchtest, lohnt sich ein guter Vergleich. In unserem Festgeldkonto-Vergleich findest du die besten Festgeldkonten mit aktuellen Top-Zinsen von europäischen Banken.
Checkliste: Dein Festgeldkonto optimal verwalten
- Erinnerung einrichten: Notiere dir das Laufzeitende deines Festgeldes mindestens drei Monate im Voraus im Kalender.
- Konditionen prüfen: Informiere dich rechtzeitig über die Bedingungen für eine automatische Verlängerung bei deiner Bank.
- Freistellungsauftrag stellen: Richte den Auftrag direkt bei der Bank ein, um Steuern auf deine Zinserträge zu sparen.
- Markt vergleichen: Nutze einen Online-Vergleich, um zu sehen, ob nach Ablauf andere Banken bessere Zinsen anbieten.
- Entscheidung treffen: Entscheide aktiv, ob du kündigst, wechselst oder zu den neuen Konditionen verlängerst.
- Alternativen abwägen: Prüfe, ob Festgeld weiterhin die richtige Anlageform für deine aktuellen Ziele ist.
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Ein Festgeldkonto ist eine sichere und planbare Geldanlage, die jedoch ein Minimum an Aufmerksamkeit erfordert, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Indem du das Laufzeitende aktiv managst, die steuerlichen Vorteile nutzt und die Sicherheit deiner Anlage im Blick behältst, stellst du sicher, dass dein Geld optimal für dich arbeitet. Nimm dir kurz vor Ablauf deines Vertrages die Zeit für einen Vergleich – es ist die beste Gelegenheit, deine Anlagestrategie zu überprüfen und die Weichen für die Zukunft neu zu stellen.


