Was ist ein Dispokredit? Einfach erklärt: Zinsen & Tipps
27. Juni 2025
Lesedauer: 11 Min

Inhaltsverzeichnis
- Dispokredit einfach erklärt: Wie funktioniert er?
- Wer bekommt einen Dispokredit und was ist wichtig?
- Die Kosten: Wie teuer sind die Zinsen beim Dispokredit?
- Vorteile und Nachteile des Dispokredits im Überblick
- Dispokredit richtig nutzen: 4 wertvolle Tipps
- Wie hoch sollte dein Dispokredit sein?
- Bestehenden Dispokredit ändern: So geht's
- Fazit
27. Juni 2025
Lesedauer: 11 Min
Inhaltsverzeichnis
- Dispokredit einfach erklärt: Wie funktioniert er?
- Wer bekommt einen Dispokredit und was ist wichtig?
- Die Kosten: Wie teuer sind die Zinsen beim Dispokredit?
- Vorteile und Nachteile des Dispokredits im Überblick
- Dispokredit richtig nutzen: 4 wertvolle Tipps
- Wie hoch sollte dein Dispokredit sein?
- Bestehenden Dispokredit ändern: So geht's
- Fazit
27. Juni 2025
Lesedauer: 11 Min
Ein Dispokredit, oft auch Dispo genannt, ist ein von der Bank eingeräumter Überziehungskredit für dein Girokonto. Er gibt dir den finanziellen Spielraum, dein Konto bis zu einem bestimmten Limit zu überziehen, falls du kurzfristig mehr Geld benötigst als vorhanden ist. Zinsen fallen dabei nur für den tatsächlich genutzten Betrag und die genutzte Dauer an.
Auf den Punkt
- Flexibler finanzieller Puffer
- Hohe Zinsen beachten
- Kein fester Rückzahlungsplan
- Nicht als Dauerlösung nutzen
- Alternative prüfen
Dispokredit einfach erklärt: Wie funktioniert er?
Vielleicht kennst du das: Dein Konto ist leer, aber plötzlich steht etwas Wichtiges an – sei es ein spontaner Ausflug oder eine unerwartete Rechnung. Genau hier hilft der Dispokredit. Der Dispokredit (kurz: „Dispo“, lang: „Dispositionskredit“) ist eine Kontoüberziehung, die dir deine Bank für dein Girokonto gewährt. Du kannst also mehr Geld ausgeben, als du auf deinem Girokonto hast – bis zu einem vorher festgelegten Limit, dem sogenannten Disporahmen.
Der Dispokredit ist ein flexibler finanzieller Puffer, den dir die Bank gewährt. Du kannst ihn jederzeit zurückzahlen und dein Konto ins Plus bringen. Zinsen fallen nur an, wenn du ins Minus gehst und auch nur für den Betrag, den du tatsächlich nutzt.
Wichtig: Es handelt sich um einen Überziehungskredit, keinen klassischen Ratenkredit. Das heißt: Statt einer festen Summe hast du einen Spielraum, den du bei Bedarf nutzt. Ein Ratenkredit hingegen ist ein Darlehen, bei dem du eine feste Summe erhältst und diese in gleichbleibenden monatlichen Raten über eine festgelegte Laufzeit zurückzahlst.
Wer bekommt einen Dispokredit und was ist wichtig?
Der Dispokredit gehört in der Regel zum Girokonto, muss aber bei der Bank beantragt werden. Voraussetzung ist ein regelmäßiges Einkommen wie Gehalt, Lohn oder Rente und ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Konto.
Deine Bonität – also deine „Kreditwürdigkeit“ – spielt eine wichtige Rolle. Schließlich möchte die Bank sichergehen, dass sie das geliehene Geld wieder zurückbekommt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Banken nicht verpflichtet sind, einen Dispokredit zu gewähren und die Höhe des Rahmens stark von der individuellen Kreditwürdigkeit abhängt. Eine gute Bonität führt oft zu einem höheren Kreditrahmen. Negative SCHUFA-Einträge können die Bank dazu bringen, den Antrag abzulehnen oder nur einen niedrigen Kreditrahmen anzubieten.
Die Kosten: Wie teuer sind die Zinsen beim Dispokredit?
Der Dispokredit klingt praktisch, aber beachte, dass er mit hohen Zinsen verbunden ist. Dispozinsen liegen oft zwischen 8 % und 15 % pro Jahr, und sie beginnen sofort, sobald du ins Minus gehst. Bleibt das Minus länger bestehen, sammeln sich die Zinsen an. Sie werden je nach Bank quartalsweise, also alle drei Monate, abgerechnet und deinem Konto belastet.
Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest, auf die sich auch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) bezieht, gibt es bei den Dispozinsen eine enorme Spanne zwischen den Banken. Ein Vergleich lohnt sich hier also immer, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Beispiel: Angenommen, du überziehst dein Konto für 30 Tage um 1.000 € bei einem Zinssatz von 12 % pro Jahr.
- Die jährlichen Zinsen für diesen Betrag wären 120 €.
- Für die 30 Tage, in denen du im Minus bist, zahlst du anteilig Zinsen. Das sind in diesem Fall rund 10 €.
- Das klingt vielleicht nicht viel, aber wenn du dein Konto regelmäßig oder mit höheren Beträgen überziehst, können die Kosten schnell auf über 100 € pro Jahr ansteigen.
Tipp: Zahle den Dispokredit schnell zurück, um hohe Zinsen zu vermeiden. Je früher du das Konto ausgleichst, desto günstiger bleibt es für dich.
Die Zinsen für deinen Dispokredit sind dir zu hoch? Das muss nicht sein. Die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank erheblich. Mit unserem Girokonto-Vergleich findest du schnell und einfach ein Konto, das bessere Bedingungen und niedrigere Dispozinsen bietet. Wir vergleichen über 6.000 Konten in ganz Deutschland für dich.
Vorteile und Nachteile des Dispokredits im Überblick
Ein Dispokredit kann in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein, birgt aber auch Risiken. Hier ist eine klare Gegenüberstellung, die dir bei der Entscheidung hilft.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Flexibel & zahlungsfähig bleiben: Du kannst jederzeit auf den Dispokredit zugreifen, ohne einen neuen Antrag stellen zu müssen. | Hohe Zinsen: Die Dispozinsen sind oft deutlich höher als bei anderen Kreditarten wie einem Ratenkredit. |
| Schnelle Hilfe in Notfällen: Bei unvorhergesehenen Ausgaben hilft der Dispokredit sofort und unbürokratisch. | Risiko der dauerhaften Verschuldung: Da es keinen festen Tilgungsplan gibt, besteht die Gefahr, dauerhaft im Minus zu bleiben. |
| Kein fester Rückzahlungsplan: Du entscheidest selbst, wann und in welchem Tempo du den genutzten Betrag zurückzahlst. | Negative SCHUFA droht: Wenn du dein Dispo-Limit dauerhaft überziehst oder die Bank ihn kündigt, kann das deine Kreditwürdigkeit verschlechtern. |
Der Dispokredit ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bietet er dir maximale Flexibilität für finanzielle Notfälle und überbrückt kurzfristige Engpässe. Andererseits verleiten die hohen Zinsen und die fehlende Rückzahlpflicht schnell zu einer dauerhaften und teuren Verschuldung. Betrachte ihn daher als eine Art Notfall-Airbag für dein Konto, nicht als zusätzlichen Geldspeicher. Sobald du ihn nutzt, sollte dein oberstes Ziel sein, das Konto so schnell wie möglich wieder auszugleichen.
Dispokredit richtig nutzen: 4 wertvolle Tipps
Damit der Dispokredit ein Helfer und keine Kostenfalle wird, solltest du ein paar einfache Regeln beachten.
1. Nutze den Dispokredit nur für echte Notfälle
Greif nur dann darauf zurück, wenn es wirklich dringend ist – zum Beispiel für eine unerwartete Autoreparatur oder eine kaputte Waschmaschine. Nutze ihn nicht für unnötige Einkäufe oder regelmäßige Konsumausgaben.
2. Behalte die Rückzahlung im Blick
Die Zinsen sind hoch, also versuche, den Dispokredit so schnell wie möglich zurückzuzahlen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Ein guter Weg dafür ist, deine Ausgaben zu organisieren, zum Beispiel mit dem 3-Konten-Modell.
3. Erwäge Alternativen für geplante Ausgaben
Wenn du eine größere Anschaffung planst und weißt, dass du dafür Geld leihen musst, ist ein Ratenkredit fast immer die günstigere Alternative. Die Zinsen sind deutlich niedriger und der feste Tilgungsplan hilft dir, die Schulden strukturiert abzubauen.
4. Vergleiche die Konditionen deiner Bank
Die Zinsen für den Dispokredit unterscheiden sich je nach Bank erheblich. Ein Vergleich kann dir helfen, ein Konto mit niedrigeren Zinsen zu finden und so auf lange Sicht viel Geld zu sparen.
Wie hoch sollte dein Dispokredit sein?
Wähle einen Betrag, der zu deinem Einkommen und deinen Ausgaben passt. Der Dispokredit sollte nicht zu hoch sein – nur so viel, wie du auch problemlos wieder ausgleichen kannst. Üblicherweise gewähren Banken einen Dispokredit in Höhe von ein bis drei Netto-Monatsgehältern.
Das bedeutet: Wenn du etwa 1.500 € netto im Monat verdienst, könnte dein Dispokredit bei 1.500 € bis 4.500 € liegen. Wähle einen Rahmen, der dir Sicherheit gibt, dich aber nicht dazu verleitet, über deine Verhältnisse zu leben.
Bestehenden Dispokredit ändern: So geht's
Wenn du deinen Disporahmen erhöhen oder auch senken möchtest, wende dich einfach an deine Bank. Sie prüft, wie sich deine finanzielle Lage verändert hat – zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung – und ob du den höheren Kreditrahmen voraussichtlich zurückzahlen kannst. Eine Senkung ist in der Regel jederzeit problemlos möglich.
Checkliste
- Nur für Notfälle nutzen: Setze den Dispo ausschließlich für unvorhergesehene und dringende Ausgaben ein.
- Zinssatz kennen: Informiere dich über die genaue Höhe der Dispozinsen bei deinem Girokonto.
- Schnellstmöglich ausgleichen: Mache es dir zur Priorität, das Konto nach einer Überziehung wieder ins Plus zu bringen.
- Alternativen prüfen: Für geplante Anschaffungen ist ein Ratenkredit oft die günstigere Wahl.
- Regelmäßig vergleichen: Prüfe, ob andere Banken bessere Konditionen für das Girokonto und den Dispo anbieten.
- Rahmen anpassen: Sorge dafür, dass dein Disporahmen zu deinem aktuellen Einkommen passt.
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Der Dispokredit ist ein äußerst nützlicher Notfallpuffer, der dir in finanziellen Engpässen schnell und unkompliziert hilft. Wegen der hohen Zinsen ist er jedoch keine Dauerlösung und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Kenne die Konditionen deines Kontos, nutze den Dispo nur, wenn es wirklich nötig ist, und sorge dafür, das Konto schnell wieder auszugleichen. Ein regelmäßiger Vergleich von Girokonten kann dir dabei helfen, dauerhaft hohe Zinskosten zu sparen und die besten Bedingungen für deine Finanzen zu finden.


