Geld abheben: Kosten, Gebühren & Limits am Geldautomaten
27. Juni 2025
Lesedauer: 13 Min

Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
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27. Juni 2025
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Geld abheben ist alltäglich, kann aber unnötige Kosten verursachen. Die Gebühren hängen stark davon ab, an welchem Geldautomaten du mit welcher Karte Geld abhebst. Ob bei deiner eigenen Bank, einer fremden Bank oder im Ausland – die Unterschiede sind groß. Wir zeigen dir, wie du teure Gebühren vermeidest und deine Limits im Blick behältst.
Auf den Punkt
- Nutze Automaten deiner Bank: Das Abheben an Geldautomaten deiner eigenen Bank oder Sparkasse ist in der Regel die günstigste oder sogar eine kostenlose Option.
- Achte auf Partnerbanken: Viele Banken sind Teil von Verbünden wie der Cash Group oder dem Sparkassen-Verbund, wo du ebenfalls gebührenfrei Geld abheben kannst.
- Kenne Dein Tageslimit: Jedes Konto hat ein Limit für tägliche Abhebungen, meist zwischen 500 € und 1.000 €, das du bei Bedarf anpassen kannst.
- Vorsicht bei Kreditkarten: Das Geldabheben mit einer Kreditkarte ist oft mit hohen Gebühren und sofortigen Zinsen verbunden und sollte nur im Notfall genutzt werden.
- Informiere dich vor Reisen: Besonders im Ausland können hohe Gebühren für das Abheben und die Währungsumrechnung anfallen; eine gute Planung spart hier bares Geld.
Wie funktioniert das Abheben von Geld am Geldautomaten?
Beim Geldabheben am Automaten läuft der Prozess in der Regel ähnlich ab, ganz egal, ob du bei deiner Hausbank oder an einem Automaten einer anderen Bank stehst. Du steckst deine Bankkarte oder Kreditkarte in den Automaten, gibst deine PIN ein und wählst den gewünschten Betrag aus. Wenn du das Geld erhältst, hast du in der Regel auch eine Quittung zur Bestätigung – allerdings nicht immer.
Am Automaten kannst du nicht nur deine Girokarte bzw. Debitkarte verwenden, sondern auch deine Kreditkarte. Wichtig ist dabei, dass du im Voraus weißt, ob du dafür Gebühren zahlen musst. Bei Debitkarten (wie der Girokarte) sind die Gebühren meistens niedriger, während bei Kreditkarten höhere Gebühren anfallen können, insbesondere bei Automaten, die nicht zur eigenen Bank gehören.
Kosten und Gebühren: Was zahlst du wirklich am Geldautomaten?
Geld abheben – für viele von uns eine alltägliche, fast automatische Handlung. Aber hast du einen Überblick darüber, wie viel du wirklich für das Abheben am Geldautomaten zahlst und ob du die richtigen Automaten auswählst, um unnötige Gebühren zu vermeiden? Die Kosten können je nach Bank, Automat und verwendeter Karte stark variieren.
Gebühren bei deiner eigenen Bank und in Bankenverbünden
Die gute Nachricht: Wenn du an einem Geldautomaten deiner eigenen Bank oder Sparkasse abhebst, zahlst du meistens keine zusätzlichen Gebühren. Bei vielen Girokonten ist eine bestimmte Anzahl an Abhebungen oder sogar unbegrenztes Abheben in Deutschland kostenlos, da dies bereits durch die Kontoführungsgebühren abgedeckt ist.
Zudem haben sich viele Banken zu Verbünden zusammengeschlossen, um ihren Kunden ein größeres Netz an kostenlosen Geldautomaten zu bieten. Die bekanntesten sind:
- Cash Group: Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank.
- CashPool: Sparda-Banken, TARGOBANK, Santander und weitere Privatbanken.
- BankCard ServiceNetz: Volks- und Raiffeisenbanken.
- Sparkassen-Verbund: Geldautomaten der Sparkassen in ganz Deutschland.
Bist du Kunde einer dieser Banken, kannst du an allen Automaten des jeweiligen Verbunds kostenlos Geld abheben.
Gebühren bei fremden Banken
Ganz anders sieht es aus, wenn du an Automaten anderer Banken abhebst, die keinem Partnerverbund angehören. In diesem Fall musst du fast immer eine Gebühr zahlen. Diese kann je nach Bank und Automat unterschiedlich hoch sein, meist liegt sie aber zwischen zwei und fünf Euro pro Transaktion. Die genaue Höhe der Gebühr muss dir vor der Auszahlung am Automaten angezeigt werden, sodass du den Vorgang noch abbrechen kannst.
Auch die Verbraucherzentrale weist regelmäßig darauf hin, dass diese sogenannten "direkten Kundenentgelte" klar und deutlich vor der Transaktion kommuniziert werden müssen, um den Verbrauchern eine bewusste Entscheidung zu ermöglichen.
| Automaten-Typ | Durchschnittliche Gebühren | Empfehlung |
|---|---|---|
| Eigene Bank / Partnerverbund | 0,00 € | Immer bevorzugen. Hier hebst du im Rahmen Deiner Kontokonditionen kostenlos ab. |
| Fremde Bank in Deutschland | 2,00 € - 5,00 € | Nur im Notfall nutzen. Die Gebühren sind oft hoch und können vermieden werden. |
| Drittanbieter (z.B. Euronet) | 4,00 € - 6,00 € | Wenn möglich, meiden. Diese Automaten haben oft die höchsten Gebühren. |
| Ausland (innerhalb EU) | Oft 0 €, aber Fremdwährungsgebühr möglich | Konditionen deiner Bank prüfen, oft gibt es kostenlose Optionen mit der richtigen Karte. |
| Ausland (außerhalb EU) | Hohe Gebühren + Währungsumrechnung | Unbedingt vorher informieren, oft sind Kreditkarten mit kostenloser Auslandsabhebung die beste Wahl. |
Beispiel:
- Maria ist Kundin bei der Deutschen Bank (Cash Group). Sie hebt 100 € am Automaten der Commerzbank ab. Da beide Banken zur Cash Group gehören, zahlt sie 0 € Gebühren.
- Tom ist ebenfalls Kunde bei der Deutschen Bank, hebt aber 100 € an einem Automaten der Sparkasse ab. Da die Sparkasse nicht zur Cash Group gehört, wird ihm eine Gebühr von 4,95 € angezeigt. Er zahlt also insgesamt 104,95 € für 100 € Bargeld.
Die Kostenfalle: Geldabheben mit der Kreditkarte
Kreditkarten werden ebenfalls häufig zum Abheben von Bargeld genutzt. Allerdings solltest du hier besonders vorsichtig sein, da die Gebühren oftmals höher sind als bei Debitkarten. Häufig musst du zusätzlich zu den Gebühren für das Abheben am Automaten auch Zinsen auf den Betrag zahlen – und das ab dem ersten Tag! Dies liegt daran, dass eine Bargeldabhebung mit der Kreditkarte als eine Art kurzfristiger Kredit gewertet wird.
Achtung bei Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte Anders als bei Kartenzahlungen im Geschäft fallen bei Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte oft hohe Gebühren an. Banken berechnen hierfür eine sogenannte "Barabhebungsgebühr", die meist ein Prozentsatz des abgehobenen Betrags ist (z.B. 2-4 %), mindestens aber ein fester Betrag von ca. 5 €. Zusätzlich wird der abgehobene Betrag vom ersten Tag an verzinst, oft mit einem Zinssatz von über 15 % pro Jahr, bis du deine Kreditkartenrechnung vollständig begleichst.
Du zahlst ständig hohe Gebühren beim Geldabheben? Vielleicht ist es Zeit für ein neues Girokonto mit besseren Konditionen. In unserem Vergleich findest du über 6.000 Konten – sicher auch eines, das perfekt zu dir passt und dir unnötige Kosten erspart.
Tages- und Monatslimits: Wie viel Geld kannst du abheben?
Ein weiteres Thema, das beim Geldabheben oft zu Missverständnissen führt, sind die Limits, die für Abhebungen festgelegt werden. Jede Bank und jedes Konto hat bestimmte Obergrenzen, die sich auf tägliche oder wöchentliche Abhebungen beziehen. Diese Limits dienen primär Deiner Sicherheit, um bei einem Kartenverlust oder Diebstahl den potenziellen Schaden zu begrenzen.
Was sind die typischen Limits?
Die meisten Banken erlauben es dir, am Geldautomaten zwischen 500 und 1.000 Euro täglich abzuheben. Wöchentlich liegt das Limit oft bei etwa 2.000 bis 4.000 Euro. Die genaue Höhe hängt von deiner Bank, deinem Kontomodell und deiner Bonität ab. Wenn du mehr über die generelle, verschiedenen Kontoarten erfahren möchtest, schau dir unseren Ratgeber: Kontoarten im Überblick an.
Wie kannst du dein Abhebelimit anpassen?
Wenn du mal einen höheren Betrag abheben musst, kannst du bei vielen Banken eine Erhöhung des Limits beantragen. Das kann besonders nützlich sein, wenn du größere Ausgaben planst, etwa für den Kauf eines Gebrauchtwagens oder einer neuen Einrichtung.
Eine kurzzeitige Limiterhöhung kannst du bei vielen Banken bequem im Online- oder Mobile-Banking beantragen – zumindest bis zu einer bestimmten Grenze. Dies ist ein großer Vorteil, den modernes Banking bietet. Mehr zum Thema Online-Banking erfährst du in unserem Ratgeber: Was ist Online-Banking?. Für größere Summen ist es in der Regel nötig, einen Bankberater zu kontaktieren oder in der Filiale vorbeizuschauen.
Beispiel:
- Lena hat online ein gebrauchtes Sofa für 1.200 € gefunden und möchte es bar bezahlen. Ihr tägliches Abhebelimit beträgt aber nur 1.000 €. Über ihre Banking-App kann sie das Limit für 24 Stunden auf 1.500 € erhöhen, das Geld problemlos abheben und das Sofa kaufen.
Clever Geld abheben: 4 Tipps, um Gebühren zu vermeiden
Es gibt ein paar einfache Tricks, wie du hohe Gebühren vermeiden kannst.
- Hebe an Automaten deiner Bank oder von Partnerbanken ab Der wichtigste Tipp ist, Geld abzuheben, wenn du in der Nähe von Automaten deiner eigenen Bank oder eines Partners aus deinem Bankenverbund bist. Nutze die Geldautomaten-Suche deiner Banking-App, um den nächsten kostenlosen Automaten zu finden.
- Plane größere Bargeldauszahlungen rechtzeitig Idealerweise solltest du vor einer Reise oder für größere Ausgaben das nötige Bargeld rechtzeitig abheben. So kannst du die besten Automaten und Konditionen nutzen und bist nicht auf teure Alternativen angewiesen, weil du unter Zeitdruck stehst.
- Hebe seltener, aber dafür größere Beträge ab Wenn deine Bank Gebühren pro Transaktion verlangt (was bei manchen günstigen Kontomodellen der Fall sein kann), ist es klüger, einmal 100 € abzuheben statt fünfmal 20 €. So zahlst du die Grundgebühr nur einmal.
- Im Ausland die richtige Karte nutzen Gerade im Ausland solltest du darauf achten, wo und wie du abhebst. Informiere dich vor der Reise über die Konditionen deines Kontos. Oft ist eine Reisekreditkarte, die weltweit kostenlose Abhebungen ermöglicht, die beste Lösung. Die Deutsche Bundesbank empfiehlt, sich vor Reisen außerhalb der Euro-Zone über die Gebühren für Währungsumrechnungen zu informieren, da diese oft eine versteckte Kostenfalle darstellen.
Checkliste für das Geldabheben
- Kenne Deine Bank: Weißt du, zu welchem Bankenverbund Deine Bank gehört?
- Nutze Apps: Verwende die Geldautomaten-Suche Deiner Banking-App, um kostenlose Automaten in der Nähe zu finden.
- Vermeide Fremdautomaten: Hebe nur im Notfall an Automaten fremder Banken oder von Drittanbietern wie Euronet ab.
- Kreditkarte nur für Zahlungen: Nutze deine Kreditkarte am besten zum Bezahlen, nicht zum Geldabheben, um hohe Gebühren und Zinsen zu vermeiden.
- Prüfe Dein Limit: Kontrolliere Dein Tageslimit, bevor du eine große Summe abheben möchtest, und passe es bei Bedarf rechtzeitig an.
- Auslandsvorbereitung: Informiere Dich vor Reisen über die besten Optionen zum Geldabheben im Ausland.
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Geld abheben ist einfach, aber die Kosten können sich schnell summieren, wenn man nicht aufpasst. Der Schlüssel zum Sparen liegt im Wissen über die Konditionen deines eigenen Kontos und der bewussten Wahl des Geldautomaten. Indem du Automaten deiner Bank oder ihrer Partner nutzt, Kreditkarten nur im Notfall für Bargeld einsetzt und größere Abhebungen planst, kannst du unnötige Gebühren vermeiden. Ein regelmäßiger Check, ob dein Girokonto noch zu deinen Bedürfnissen passt, ist der beste Weg, um langfristig Geld zu sparen.


