Bankvollmacht: So erteilst du eine Vollmacht für dein Girokonto
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min

Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min
Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min
Eine Bankvollmacht sichert deine Finanzen für den Notfall ab, falls du durch Krankheit oder Unfall handlungsunfähig wirst. Damit erlaubst du einer Vertrauensperson, Bankgeschäfte wie Überweisungen für dich zu erledigen. Die Einrichtung ist unkompliziert, kostenlos und kann jederzeit widerrufen werden, um dein Konto in sicheren Händen zu wissen.
Auf den Punkt
- Sichere deine Finanzen ab: Eine Bankvollmacht erlaubt einer Person deines Vertrauens, dein Konto zu verwalten, wenn du es selbst nicht mehr kannst.
- Du behältst die Kontrolle: Du legst selbst genau fest, welche Aufgaben die bevollmächtigte Person übernehmen darf und für welche Konten die Vollmacht gilt.
- Wähle mit Bedacht: Die wichtigste Entscheidung ist die Wahl einer absolut vertrauenswürdigen Person, da diese weitreichende Befugnisse erhält.
- Einfach und flexibel: Die Erteilung einer Bankvollmacht ist in der Regel kostenlos direkt bei deiner Bank möglich und du kannst sie jederzeit formlos widerrufen.
- Wichtige Alternative zum Gemeinschaftskonto: Besonders wenn du kein gemeinsames Konto mit deinem Partner hast, stellt die Vollmacht sicher, dass laufende Kosten gedeckt werden können.
Was ist eine Bankvollmacht und warum ist sie wichtig?
Du regelst deine Finanzen gerne persönlich – und das ist auch gut so! Doch dazu gehört auch, sich frühzeitig Gedanken über den Fall der Fälle zu machen: Was passiert, wenn du plötzlich krank wirst oder einen Unfall hast? Wer kümmert sich dann um dein Konto, bezahlt die Miete und andere Rechnungen?
Eine Bankvollmacht ist hier eine sinnvolle und einfache Lösung. Stell dir vor, du gibst einem Freund den Schlüssel zu deiner Wohnung. Damit kann er jederzeit hineingehen und genau das tun, was du ihm erlaubt hast. Eine Bankvollmacht funktioniert ähnlich: Du übergibst einer vertrauten Person den „Schlüssel“ zu deinem Konto, damit sie in deinem Namen handeln kann.
Das ist für den Ernstfall wie Tod oder Krankheit wichtig – vor allem dann, wenn du mit deinem Partner kein Gemeinschaftskonto hast. Ohne eine Vollmacht kann es passieren, dass niemand auf dein Konto zugreifen kann, bis ein Gericht einen Betreuer bestellt oder die Erbfolge geklärt ist. Das kann Wochen oder sogar Monate dauern.
Bankvollmacht in 4 Schritten erstellen
Mit nur vier einfachen Schritten sorgst du dafür, dass deine Finanzen auch dann geregelt sind, wenn du selbst nicht handeln kannst.
Schritt 1: Wähle eine absolute Vertrauensperson
Die Wahl des Bevollmächtigten ist der wichtigste Schritt. Wähle jemanden, dem du uneingeschränkt vertraust – zum Beispiel ein Familienmitglied oder einen engen Freund. Die Person muss mindestens 18 Jahre alt und voll geschäftsfähig sein. Bedenke, dass diese Person weitreichenden Zugriff auf dein Vermögen erhält. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) betont daher, wie entscheidend eine sorgfältige Auswahl ist, um Missbrauch vorzubeugen.
Schritt 2: Bestimme den Umfang der Vollmacht
Überlege, welche Bankgeschäfte die bevollmächtigte Person übernehmen soll – und auf welchen Konten. Du kannst entscheiden, ob die Person nur ein bestimmtes Konto (Kontovollmacht) oder alle deine Konten und Depots bei einer Bank (Bankvollmacht) verwalten darf.
Du kannst auch festlegen, ob sie nur für bestimmte Bankgeschäfte zuständig ist – zum Beispiel Überweisungen tätigen, aber kein Bargeld abheben. Auch der zeitliche Rahmen ist flexibel: Eine Vollmacht kann sofort, erst bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses (z.B. Geschäftsunfähigkeit) oder erst im Todesfall wirksam werden.
Schritt 3: Fülle das richtige Formular aus
Viele Banken bieten die Möglichkeit, eine Bankvollmacht online zu erstellen oder ein Formular herunterzuladen – meist kostenlos. Dieses Vorgehen ist zu empfehlen, da die Banken ihre eigenen Formulare am schnellsten und ohne Rückfragen akzeptieren. Achte darauf, dass du es korrekt ausfüllst und unterschreibst.
Du kannst aber auch eine formlose Vollmacht schreiben. „Formlos“ bedeutet, dass du kein spezielles Bankformular brauchst – ein einfacher, selbst geschriebener Text reicht aus. Darin legst du einzeln fest, welche Bankgeschäfte deine Vertrauensperson übernehmen darf. So passt die Vollmacht genau zu deinen Wünschen.
Schritt 4: Informiere deine Vertrauensperson
Sprich offen mit der Person, die du bevollmächtigen möchtest. Stelle sicher, dass sie mit dieser Verantwortung einverstanden ist und alle nötigen Informationen hat, damit sie im Ernstfall schnell handeln kann. Dazu gehören:
- Deine Bankdaten (IBAN, Bankname)
- Ein Überblick über dein Konto bzw. deine Konten
- Der Aufbewahrungsort der originalen Vollmachtsurkunde
Bankvollmacht vs. Vorsorgevollmacht: Was ist der Unterschied?
Eine Bankvollmacht gilt, wie der Name schon sagt, ausschließlich für Bankgeschäfte. Sie regelt den Zugriff auf deine Konten und Depots. Eine Vorsorgevollmacht ist viel umfassender. Sie ermächtigt eine Person, dich auch in anderen Lebensbereichen zu vertreten, zum Beispiel bei medizinischen Entscheidungen oder gegenüber Behörden. Eine Vorsorgevollmacht kann zwar auch finanzielle Angelegenheiten umfassen, wird von Banken aber manchmal nicht ohne Weiteres anerkannt. Daher ist eine separate, direkt bei der Bank hinterlegte Bankvollmacht oft der sicherere und schnellere Weg.
Welche Arten von Bankvollmachten gibt es?
Je nachdem, wann und wie lange die Vollmacht gelten soll, unterscheidet man verschiedene Arten. Die richtige Wahl hängt ganz von deiner persönlichen Situation ab.
| Art der Vollmacht | Gültigkeit | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| Prämortale Vollmacht | Gilt nur zu Lebzeiten und erlischt mit dem Tod. | Geeignet, wenn nur eine Vertretung bei Krankheit oder Abwesenheit gewünscht ist, aber die Erben die Finanzen regeln sollen. |
| Transmortale Vollmacht | Gilt zu Lebzeiten und über den Tod hinaus. | Der Standardfall. Ermöglicht der Vertrauensperson, auch nach dem Tod laufende Rechnungen (z.B. für die Beerdigung) zu bezahlen. |
| Postmortale Vollmacht | Tritt erst mit dem Tod in Kraft. | Sinnvoll, um den Erben den Zugriff auf das Konto zu erleichtern, bevor ein Erbschein ausgestellt ist. |
Eine Bankvollmacht ist eine wichtige Absicherung für dein Konto. Genauso wichtig sind aber gute Konditionen. Passt dein Girokonto noch zu dir? Vergleiche über 6.000 Girokonten in Deutschland und finde das Angebot, das dir die besten Leistungen ohne versteckte Kosten bietet.
Bankvollmacht widerrufen: So einfach geht's
Und wenn du die Vollmacht nicht mehr brauchst? Ganz einfach: Deine Bankvollmacht kannst du jederzeit widerrufen – ohne Angabe von Gründen. Informiere einfach schriftlich deine Bank und idealerweise auch die bevollmächtigte Person, und die Vollmacht wird sofort ungültig. Es ist wichtig, dass du dir alle ausgehändigten Vollmachtsurkunden zurückgeben lässt. Du möchtest dein ganzes Konto auflösen? Wie das geht, erfährst du in unserem Ratgeber: Girokonto kündigen.
Checkliste: In 5 Minuten zur Bankvollmacht
- Vertrauensperson auswählen: Wer kommt für diese verantwortungsvolle Aufgabe infrage?
- Umfang festlegen: Welche Konten und welche Aufgaben soll die Vollmacht umfassen?
- Formular der Bank nutzen: Lade das Formular deiner Bank herunter oder frage in der Filiale danach.
- Korrekt ausfüllen & unterschreiben: Nimm dir Zeit und prüfe alle Angaben.
- Bei der Bank einreichen: Gib das Originaldokument bei deiner Bank ab.
- Bevollmächtigten informieren: Sprich mit deiner Vertrauensperson und erkläre ihr alles Wichtige.
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Eine Bankvollmacht ist eine einfache, aber extrem wirkungsvolle Maßnahme zur Vorsorge. Sie stellt sicher, dass deine finanziellen Angelegenheiten auch dann in deinem Sinne geregelt werden, wenn du es selbst nicht mehr kannst. Mit wenigen Schritten gibst du einer Person deines Vertrauens die nötigen Werkzeuge an die Hand und schützt dich und deine Angehörigen vor bürokratischen Hürden im Ernstfall.
Die Inhalte dieses Ratgebers dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Wir empfehlen, für persönliche Finanzentscheidungen immer einen qualifizierten Berater hinzuzuziehen.


