Girokonto

Ein, zwei oder drei Girokonten: Wie viele brauchst du wirklich?

27. Juni 2025

Lesedauer: 10 Min

Junge Frau hält eine Bankkarte vor ihrem Laptop an einem Küchentisch und verwaltet ihr Girokonto.

Die meisten kommen mit einem einzigen Girokonto aus. Mehrere Konten können dir jedoch helfen, deine Finanzen besser zu strukturieren, indem du Fixkosten, Ausgaben und Sparziele voneinander trennst. Eine gesetzliche Grenze für die Anzahl der Konten gibt es nicht, die für dich passende Lösung hängt ganz von deinen persönlichen Zielen ab.

Auf den Punkt

  • Ein Girokonto ist für die meisten Menschen ausreichend, aber mehrere Konten können dir deutlich mehr Struktur und Kontrolle über deine Ein- und Ausgaben geben.
  • Es gibt keine gesetzliche Begrenzung, wie viele Girokonten du besitzen darfst; die Entscheidung liegt allein bei dir und den jeweiligen Banken.
  • Eine klare Trennung deiner Finanzen, zum Beispiel in Konten für Fixkosten, Alltagsausgaben und Sparen, macht deine Geldflüsse planbarer und hilft dir, deine Sparziele einfacher zu erreichen.
  • Achte darauf, dass zu viele Konten auch unübersichtlich werden können, mehr Verwaltungsaufwand bedeuten und eventuell doppelte Gebühren verursachen.

Wie viele Girokonten darf man überhaupt haben?

Rein rechtlich gibt es in Deutschland keine Begrenzung. Du kannst also so viele Girokonten eröffnen, wie du möchtest und wie die Banken es dir gestatten. Auch die SCHUFA setzt dir hier keine direkten Grenzen.

Aber: Jede Kontoeröffnung wird bei der SCHUFA vermerkt. Während die reine Anzahl der Konten nicht direkt negativ bewertet wird, können häufige Kontoeröffnungen und -wechsel in kurzer Zeit oder eine sehr hohe Anzahl an ungenutzten Konten bei manchen Banken einen sprunghaften oder unzuverlässigen Eindruck hinterlassen. Es ist also ratsam, nur so viele Konten zu führen, wie du auch wirklich aktiv nutzt und benötigst.

Warum mehrere Konten eine gute Idee sein können

Ein Girokonto – das reicht doch, oder? Für viele Menschen schon. Sie nutzen nur ein einziges Konto für alle Ein- und Ausgaben. Doch wer seine Finanzen gesondert verwalten will, kann von mehreren Konten enorm profitieren.

Mehr Struktur und volle Kontrolle

Das ist das Hauptargument für mehrere Girokonten. Stell dir vor, dein gesamtes Geld liegt auf einem einzigen Konto. Es ist Monatsanfang, dein Gehalt ist da und es sieht nach viel aus. Man gönnt sich ja sonst nichts. Doch am Ende des Monats wird es knapp, weil du den Überblick verloren hast, wie viel Geld eigentlich schon für Miete, Strom und Versicherungen verplant war.

Mit mehreren Konten löst du dieses Problem elegant. Ein Konto für Fixkosten, ein weiteres für den Alltag (Supermarkt, Freizeit) und ein drittes, um gezielt Geld beiseitezulegen. So siehst du auf deinem "Spaß-Konto" immer nur das Budget, das du diesen Monat wirklich frei ausgeben kannst. Du verlierst nicht den Überblick und gibst nicht versehentlich das Geld aus, das eigentlich für deine Miete reserviert war. Diese Methode ist auch als das 3-Konten-Modell bekannt. Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem Ratgeber: 3-Konten-Modell.

Sparziele einfacher erreichen

Ein separates Konto hilft dir, deine Sparziele zu erreichen. Ob für den Traumurlaub, das neue Auto oder den Notgroschen – wenn das Geld auf einem eigenen (Tagesgeld-)Konto liegt, kommst du nicht in Versuchung, es für spontane Käufe auszugeben. Viele Banking-Apps bieten dafür sogenannte "Spaces" oder "Pockets" an, die als virtuelle Unterkonten fungieren.

Vorteile verschiedener Banken kombinieren

Unterschiedliche Banken bieten verschiedene Vorteile. Während die eine Bank mit kostenlosen Bargeldabhebungen weltweit punktet, gibt es bei der anderen vielleicht eine bessere App oder attraktive Zinsen auf dem Tagesgeldkonto. Wenn du clever kombinierst, kannst du mehr aus deinen Finanzen herausholen. So kannst du ein kostenloses Online-Konto für den Alltag nutzen und für die Baufinanzierung auf die persönliche Beratung einer Filialbank setzen. Mehr über die Unterschiede zwischen Direktbanken und Filialbanken erfährst du in unserm Ratgeber: Direktbank oder Filialbank.

Für Selbstständige ist ein Zweitkonto Pflicht.

Wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist, ist die Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen nicht nur sinnvoll, sondern quasi unerlässlich. Ein separates Geschäftskonto sorgt für eine saubere Buchführung und erspart dir und dem Finanzamt viel Kopfzerbrechen bei der Steuererklärung. Viele Banken verbieten in ihren AGB sogar die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos. Die Investition in ein Geschäftskonto schafft also von Anfang an Klarheit und Professionalität.

Die Nachteile: Wann werden zu viele Konten zum Problem?

Mehrere Konten sind nicht für jeden die beste Lösung. Bevor du losrennst und neue Konten eröffnest, solltest du auch die Nachteile kennen:

  • Mehr Verwaltungsaufwand: Jedes Konto braucht Aufmerksamkeit. Das bedeutet mehrere Banking-Apps, mehrere PINs und TAN-Verfahren und mehrere Kontoauszüge, die du im Blick behalten musst.
  • Potenzielle Kosten: Nicht jedes Girokonto ist kostenlos. Wenn du mehrere Konten führst, bei denen jeweils eine Kontoführungsgebühr anfällt, kann das schnell teuer werden. Prüfe daher genau, wann ein Girokonto wirklich kostenlos ist.
  • Verlust des Überblicks: Ironischerweise kann das, was für Ordnung sorgen soll, bei zu vielen Konten ins Gegenteil umschlagen. Wer zu viele Konten hat, verliert schnell den Überblick über sein Gesamtvermögen.

Das Mehrkonten-Modell: Welche Strategie passt zu dir?

Es gibt nicht die eine perfekte Lösung für alle. Die ideale Anzahl an Konten hängt von deinen Zielen, deinem Lebensstil und deiner finanziellen Disziplin ab. Hier sind drei typische Modelle:

Konten-ModellIdeal für...VorteileNachteile
Das 1-Konto-ModellMinimalisten & Einsteiger: Du magst es einfach und hast deine Finanzen auch so gut im Griff.Einfach, übersichtlich, kein Verwaltungsaufwand, geringe Kosten.Keine klare Trennung von Budgets, erfordert hohe Disziplin.
Das 2-Konten-ModellOrdnungsliebende & Paare: Du möchtest Einnahmen und Fixkosten klar von deinen variablen Ausgaben trennen.Gute Trennung von Fixkosten und Konsum, bessere Budgetkontrolle.Etwas mehr Aufwand (Dauerauftrag einrichten).
Das 3-Konten-ModellFinanzprofis & Sparfüchse: Du willst maximale Kontrolle und deine Sparziele konsequent verfolgen.Perfekte Trennung von Fixkosten, Konsum und Sparen, hohe Motivation für Sparziele.Höherer Verwaltungsaufwand, eventuell mehr Kosten.

Egal ob ein, zwei oder drei Konten – wichtig ist, dass die Konditionen stimmen. Du suchst noch ein passendes (Zweit-)Konto ohne hohe Gebühren? Vergleiche über 6.000 Girokonten in Deutschland und finde das Angebot, das zu deiner Strategie passt.

Checkliste: So findest du die richtige Anzahl an Konten für dich

  1. Analysiere deine aktuelle Situation: Kommst du mit deinem aktuellen Konto gut zurecht oder verlierst du oft den Überblick?
  2. Definiere deine Ziele: Willst du einfach nur deine Rechnungen bezahlen oder gezielt sparen und investieren?
  3. Bewerte deine Disziplin: Schaffst du es, Geld auf einem einzigen Konto nicht anzurühren, oder hilft dir eine räumliche Trennung?
  4. Kosten prüfen: Recherchiere, welche kostenlosen oder günstigen Zweit- und Drittkonten es gibt.
  5. Einfach anfangen: Beginne vielleicht mit einem Zweitkonto und schaue, wie du damit zurechtkommst, bevor du dein System erweiterst.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Die perfekte Anzahl an Girokonten ist eine sehr persönliche Entscheidung. Während ein einziges Konto für viele ausreicht, kann eine durchdachte Kontenstruktur mit zwei oder drei Konten ein mächtiges Werkzeug sein, um finanzielle Klarheit zu schaffen, Budgets einzuhalten und Sparziele schneller zu erreichen. Wichtig ist, dass dein Kontensystem zu dir passt, übersichtlich bleibt und keine unnötigen Kosten verursacht.

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