Geldanlage

Warum eigentlich ETFs? Die einfache Art zu investieren

27. Juni 2025

Lesedauer: 12 Min

Frau sitzt lächelnd an einem Tisch, auf dem ein Tablet steht was einen steigenden Graphen zeigt

Inhaltsverzeichnis

27. Juni 2025

Lesedauer: 12 Min

ETFs machen das Investieren einfach, günstig und transparent. Sie bilden einen Marktindex wie den DAX oder MSCI World passiv nach und ermöglichen dir so eine breite Streuung mit nur einem Wertpapier. Im Gegensatz zu teuren aktiven Fonds profitierst du von niedrigen Kosten und einer klaren, regelbasierten Anlagestrategie.

Auf den Punkt

  • Ein ETF funktioniert wie ein großer Einkaufskorb, der automatisch alle Aktien eines ganzen Marktindex, wie zum Beispiel des DAX, nachkauft.
  • ETFs sind passiv, das heißt, sie bilden einen Markt regelbasiert ab, anstatt dass ein Fondsmanager aktiv versucht, die „besten“ Aktien auszuwählen.
  • Mit nur einem ETF-Anteil investierst du automatisch in Hunderte oder Tausende Unternehmen und erreichst so eine breite Risikostreuung.
  • ETFs zielen auf die durchschnittliche Marktrendite ab, was nach Abzug der Kosten oft erfolgreicher ist als der riskante Versuch, den Markt zu schlagen.
  • Dank niedriger Kosten und Sparplänen ab kleinen Beträgen machen ETFs den Zugang zur Börse für jeden unkompliziert möglich.

Was ist ein ETF? Der Markt im Einkaufskorb

Stell dir einen Index, zum Beispiel den DAX mit den 40 größten deutschen Unternehmen, als eine feste Einkaufsliste vor. Ein ETF ist dann der Einkaufskorb, der genau diese Liste 1:1 nachkauft – und zwar automatisch und nach festen Regeln.

Das bedeutet für dich: Du musst nicht selbst entscheiden, welche der 40 oder bei einem Welt-ETF sogar 1.500 Aktien die „besten“ sind. Du kaufst stattdessen einfach den gesamten Markt in den gleichen Anteilen, wie er im Index abgebildet ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass ETFs wie Aktien den ganzen Tag über an der Börse gehandelt werden. Du kannst sie also flexibel während der Handelszeiten kaufen und verkaufen und bist nicht an einen einzigen Handel pro Tag gebunden.

Der entscheidende Unterschied: ETF vs. aktiver Fonds

Um zu verstehen, warum ETFs so beliebt sind, hilft der direkte Vergleich mit dem klassischen Gegenstück: dem aktiv gemanagten Fonds.

Ein aktiver Fonds hat einen Fondsmanager oder ein ganzes Team, das aktiv versucht, durch gezielte Auswahl von Aktien besser abzuschneiden als der Vergleichsmarkt (der Index). Diese Analyse, das Kaufen und Verkaufen kostet Zeit und viel Geld, was sich in hohen Managementgebühren widerspiegelt.

Ein ETF (Indexfonds) verzichtet komplett auf dieses teure „Stock-Picking“. Sein einziges Ziel ist es, den zugrundeliegenden Index so exakt und günstig wie möglich nachzubilden. Er strebt also die reine Marktrendite an – regelbasiert und kosteneffizient.

MerkmalETF (Passiver Indexfonds)Aktiver Fonds
ZielEinen Marktindex 1:1 abbilden und dessen Rendite erzielen.Den Markt bzw. den Vergleichsindex übertreffen.
ManagementAutomatisiert und regelbasiert, kein Fondsmanager.Ein Fondsmanager oder Team trifft aktive Anlageentscheidungen.
Kosten (TER)Sehr niedrig, oft zwischen 0,05 % und 0,5 % pro Jahr.Deutlich höher, oft zwischen 1,0 % und 2,5 % pro Jahr.
TransparenzSehr hoch, die Zusammensetzung ist jederzeit einsehbar.Hoch, aber die genaue Zusammensetzung wird oft nur quartalsweise offengelegt.

Was der Kostenunterschied in der Praxis bedeutet

Die Kosten sind der größte Hebel für deinen langfristigen Anlageerfolg. Eine scheinbar kleine Differenz bei den Gebühren hat über die Jahre eine massive Auswirkung auf dein Endvermögen.

Beispielrechnung (vereinfacht an einer Anlagesumme von 10.000 €):

  • Aktiver Fonds mit 1,5 % Kostenquote = 150 € Gebühren pro Jahr.
  • ETF mit 0,2 % Kostenquote = 20 € Gebühren pro Jahr.

Das ist eine Differenz von 130 € jedes Jahr, die dir bei deiner Rendite fehlt und stattdessen an die Fondsgesellschaft geht. Über 20 oder 30 Jahre summieren sich diese Beträge durch den Zinseszinseffekt zu Tausenden von Euro.

Warum ETFs so erfolgreich sind: Die 4 größten Vorteile

Die Erfolgsgeschichte von ETFs basiert auf vier einfachen, aber schlagkräftigen Argumenten, die das Investieren demokratisiert haben. Weltweit ist der Markt in wenigen Jahrzehnten von einer Nische zur Billionen-Größe gewachsen.

1. Extrem niedrige Kosten

Wie im Beispiel gezeigt, sind die laufenden Kosten bei ETFs unschlagbar niedrig. Weniger Gebühren bedeuten, dass mehr von der Marktrendite direkt bei dir ankommt und für dich weiterarbeiten kann.

2. Breite Streuung ohne Kopfzerbrechen

Diversifikation bedeutet, nicht alles auf eine Karte zu setzen, um Risiken zu minimieren. Mit nur einem einzigen Welt-ETF investierst du mit einem Klick in Tausende Unternehmen aus Dutzenden Ländern und verschiedensten Branchen. Diesen Grad der Streuung müsstest du dir mit Einzelaktien mühsam und teuer selbst zusammenbauen.

3. Hohe Transparenz und Flexibilität

Bei einem ETF weißt du immer genau, worin du investiert bist. Die Zusammensetzung ist täglich einsehbar. Zudem kannst du ETF-Anteile wie Aktien an jedem Börsentag flexibel kaufen oder verkaufen, was dir eine hohe Liquidität sichert.

4. Einfacher und unkomplizierter Zugang

Du brauchst kein Finanzexperte zu sein, um mit ETFs zu starten. Mit einem ETF-Sparplan kannst du schon mit kleinen Beträgen, oft schon ab 1 Euro oder 25 Euro pro Monat, regelmäßig und automatisiert investieren. Das senkt die Einstiegshürde und fördert die Disziplin.

Warum der Versuch, den Markt zu schlagen, so oft scheitert

Die Idee, durch cleveres Timing und die Auswahl der „richtigen“ Aktien besser zu sein als der Markt, ist verlockend. Doch die Realität ist ernüchternd. In effizienten Märkten werden alle verfügbaren Informationen von Millionen von Anlegern und Algorithmen sofort in die Kurse eingepreist. Echte „Schnäppchen“ sind daher extrem selten und nur kurz verfügbar. Auch renommierte Medien wie das Handelsblatt berichten regelmäßig über Studien, die belegen, dass die große Mehrheit der aktiven Fondsmanager es nach Abzug ihrer hohen Kosten nicht schafft, ihren Vergleichsindex langfristig zu schlagen. Ein ETF, der einfach den „soliden Durchschnitt“ abbildet, liegt am Ende oft vorne, weil du Kosten und teure Fehlentscheidungen vermeidest.

Passt das zu mir? Für wen ETFs die richtige Wahl sind

ETFs eignen sich für fast alle Anlegertypen, aber besonders gut für diejenigen, die unkompliziert, kostengünstig und breit gestreut ein Vermögen aufbauen wollen.

  • Für Einsteiger: ETFs sind ideal, um schon mit kleinen Beträgen über einen Sparplan zu starten. Die Grundprinzipien sind einfach zu verstehen und du musst kein Finanzprofi sein.
  • Für vielbeschäftigte Menschen: Wenn du wenig Zeit hast und dich nicht ständig mit einzelnen Aktien beschäftigen willst, kannst du mit einem ETF den gesamten Markt abdecken – ganz ohne ständiges Stock-Picking.
  • Für langfristige Denker: Legst du Wert auf Disziplin statt auf Börsen-Drama? Dann profitierst du von den klaren Regeln, niedrigen Kosten und der breiten Streuung. ETFs sind perfekt für alle, die ihr Geld über 10, 20 oder mehr Jahre anlegen und zwischenzeitliche Schwankungen aushalten können.

Wenn du dich hier wiedererkennst und bereit bist, den ersten Schritt zu machen, ist die Eröffnung eines Depots der logische nächste Schritt. Denn ein Depot bildet die technische Basis, überhaupt mit ETFs zu starten.

In 5 Schritten zum eigenen ETF-Portfolio

Der Einstieg ist einfacher, als du denkst. Mit einer klaren Struktur kommst du sicher ans Ziel.

1. Notgroschen sichern

Bevor du investierst, lege zwei bis drei Netto-Monatsausgaben als Reserve auf ein Tagesgeldkonto. Dieser finanzielle Puffer schützt dich bei unerwarteten Ausgaben. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt dringend, vor jeder Geldanlage eine solche eiserne Reserve anzulegen, damit du nicht gezwungen bist, deine ETFs in einer schlechten Marktphase zu verkaufen.

2. Ziele und Zeithorizont klären

Überlege dir, wofür und wie lange du investieren möchtest. Für Aktien-ETFs gilt die Faustregel: Plane mit einem Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren. Je mehr Zeit du hast, desto besser können sich kurzfristige Schwankungen ausgleichen.

3. Den richtigen ETF als Kerninvestment wählen

Ein breit gestreuter Welt-ETF (z.B. auf den MSCI World oder FTSE All-World) deckt Tausende Unternehmen aus vielen Ländern und Branchen ab und bildet eine solide Basis für dein Depot. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber: Portfolio aufbauen.

4. Sparplan einrichten

Eröffne ein Depot und lege fest, wie viel du monatlich investieren möchtest. Ein Ratgeber: ETF Sparplan sorgt für Regelmäßigkeit und Disziplin. Du kaufst automatisch Anteile – mal günstiger, mal teurer – und profitierst so vom Durchschnittskosteneffekt.

5. Dranbleiben und gelassen bleiben

Überprüfe etwa einmal im Jahr, ob die Aufteilung deiner Anlagen noch zu deinen Zielen passt. Lass dich aber nicht von kurzfristigen Marktschwankungen verrückt machen. Dein größter Vorteil ist die Zeit.

Beispiel: Wie aus 50 Euro im Monat ein Vermögen wird

Luca (27) beschließt, einfach anzufangen: 50 € im Monat gehen in einen breit gestreuten Welt-ETF. Er versucht nicht, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen – der Sparplan läuft einfach durch. Mit der Zeit erhöht er auf 100 € monatlich.

  • Seine Einzahlung über 40 Jahre: 44.400 €
  • Möglicher Wert bei Renteneintritt (bei 5 % Rendite p.a.): ca. 124.000 € Seine Erkenntnis: Beständigkeit und frühes Anfangen bringen oft mehr als das ewige Zögern. (Das Beispiel ist fiktiv und die Wertentwicklung hängt von den Märkten ab.)

Checkliste: Dein Schnellstart mit ETFs

  • Notgroschen vorhanden? (2–3 Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto)
  • Langfristiges Ziel definiert? (Anlagehorizont von mindestens 10–15 Jahren)
  • Basis-Investment klar? (Ein breit gestreuter Welt-ETF ist die beste Wahl)
  • Depot eröffnet? (Wähle einen Anbieter mit günstigen Konditionen für ETF-Sparpläne)
  • Sparplan eingerichtet? (Automatisiere deine Investments für maximale Disziplin)
  • Plan gefasst? (Einmal im Jahr prüfen, ansonsten die Nerven behalten)

Häufig gestellte Fragen

Fazit: Darum sind ETFs für die meisten der beste Weg

Warum also ETFs? Weil sie dir den Zugang zur Rendite der globalen Wirtschaft ermöglichen – und das auf eine Art und Weise, die einfach, extrem günstig und breit gestreut ist. Es ist kein Hokuspokus, sondern basiert auf klaren Regeln und Transparenz. Wenn du Zeit mitbringst, die Kosten niedrig hältst und diszipliniert bleibst, ist ein ETF-Portfolio der smarteste und erwiesenermaßen erfolgreichste Weg für den langfristigen Vermögensaufbau.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Ratgeber dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die hierin enthaltenen Informationen können eine professionelle Beratung nicht ersetzen.

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