Festgeld

Festgeldkonto: Wie lange solltest du dein Geld anlegen?

27. Juni 2025

Lesedauer: 11 Min

Zwei Sanduhren auf Glaspodesten auf einem Konferenztisch, im Hintergrund zwei Geschäftsleute im Gespräch.

Die ideale Laufzeit für dein Festgeldkonto hängt von deinen persönlichen Sparzielen, deiner Risikobereitschaft und der aktuellen Zinssituation ab. Kurze Laufzeiten von bis zu einem Jahr bieten dir Flexibilität, während lange Laufzeiten von fünf oder mehr Jahren oft höhere Zinsen versprechen. Wäge sorgfältig ab, wann du dein Geld wieder benötigst.

Auf den Punkt

  • Definiere dein Sparziel: Die Laufzeit sollte immer zu deinem finanziellen Vorhaben passen, egal ob es sich um eine kurzfristige Anschaffung oder einen langfristigen Vermögensaufbau handelt.
  • Zinsen und Flexibilität abwägen: Grundsätzlich gilt, je länger du dein Geld bindest, desto höher fällt der Zinssatz aus, aber desto geringer ist deine Flexibilität.
  • Inflation im Blick behalten: Bei langen Laufzeiten kann die Inflation den realen Wert deiner Zinserträge schmälern, weshalb du den realen Zins berücksichtigen solltest.
  • Risiko mit Strategie streuen: Mit einer Staffelung deines Geldes auf verschiedene Laufzeiten, der sogenannten Leiterstrategie, kannst du dein Risiko verteilen und bleibst reaktionsfähig.

Wie funktioniert die Laufzeit bei einem Festgeldkonto?

Festgeld klingt verlockend: einmal Geld anlegen, attraktive Zinsen sichern und sich entspannt zurücklehnen. Doch bevor du dein Erspartes fest parkst, stellt sich die Frage: Wie lange eigentlich?

Ein Festgeldkonto funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Du legst einen bestimmten Betrag für eine feste Zeit an und bekommst dafür garantierte Zinsen. Die Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis hin zu zehn Jahren – mit einem entscheidenden Haken. Während der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld. Vorzeitige Kündigungen sind meist nicht möglich oder nur mit finanziellen Einbußen verbunden. Die Grundregel lautet: Je länger du dein Geld anlegst, desto höher sind die Zinsen. Aber lohnt sich das wirklich immer? Die richtige Laufzeit hängt von deinen Zielen, der Zinssituation und einem wichtigen Punkt ab – deiner Geduld. Wenn du mehr über die Grundlagen wissen möchtest, lies unseren Ratgeber: Was ist ein Festgeldkonto?.

Welche Laufzeit passt zu dir und deinen Zielen?

Die Entscheidung für die richtige Laufzeit ist sehr individuell. Es gibt keine pauschale Antwort, aber du kannst dich an deinen persönlichen Plänen orientieren. Frag dich ehrlich: Wofür spare ich und wann brauche ich das Geld wieder?

LaufzeitIdeal für...VorteileNachteile
Kurz (bis 1 Jahr)Sparer, die bald auf ihr Geld zugreifen wollen oder auf steigende Zinsen spekulieren.Hohe Flexibilität, schnelle Verfügbarkeit.Meist die niedrigsten Zinsen.
Mittel (2-5 Jahre)Sparer mit einem klaren Ziel wie einem Autokauf oder einer Anzahlung für eine Immobilie.Guter Kompromiss aus Zinssatz und Bindungsdauer.Weniger flexibel als kurzfristige Anlagen.
Lang (ab 5 Jahren)Sparer, die langfristig Vermögen aufbauen und sich hohe Zinsen sichern wollen.Oft die höchsten garantierten Zinsen.Keine Flexibilität, Inflationsrisiko, Zinsänderungsrisiko.

Kurzfristige Anlage (bis 12 Monate): Wenn Flexibilität zählt

Wenn du dein Geld nicht zu lange festlegen willst, sind kurze Laufzeiten zwischen sechs und zwölf Monaten eine gute Wahl. Das ist vor allem sinnvoll, wenn:

  • du das Geld bald brauchst, z. B. für eine größere Anschaffung wie ein neues Auto oder eine Reise.
  • du unsicher bist, wie sich die Zinsen entwickeln, und bald von potenziell höheren Zinsen profitieren möchtest.
  • du flexibel bleiben willst, falls sich bessere Anlagechancen ergeben.

Allerdings sind die Zinsen für kurze Laufzeiten meist niedriger als bei längeren Anlagen. Du tauschst also Rendite gegen Flexibilität.

Mittelfristige Anlage (2–5 Jahre): Die goldene Mitte

Du hast einen bestimmten Zeitraum im Blick, in dem du das Geld nicht brauchst? Dann könnte eine mittelfristige Anlage die beste Lösung sein. Sie eignet sich, wenn:

  • du dein Kapital für einen festen Zweck ansparen willst, z. B. für die Anzahlung einer Immobilie in drei Jahren.
  • du solide Zinsen mit einer noch vertretbaren Bindung kombinieren möchtest.
  • du nicht das Risiko eingehen willst, zu lange an einen möglicherweise niedrigen Zinssatz gebunden zu sein.

Diese Laufzeiten bieten oft eine gute Balance aus Sicherheit und Rendite.

Langfristige Anlage (ab 5 Jahre): Zinsen maximieren

Langfristiges Festgeld kann attraktiv sein, weil die Zinsen hier oft am höchsten sind. Doch Vorsicht, diese Strategie birgt auch Risiken:

  • Falls die Zinsen in der Zukunft steigen, hast du Pech gehabt. Du bist an deinen alten, niedrigeren Zins gebunden und kannst nicht darauf reagieren.
  • Dein Geld ist für eine lange Zeit blockiert – das kann problematisch werden, falls du es doch unvorhergesehen früher brauchst.
  • Die Inflation kann langfristig den realen Wert deiner Zinsen mindern. Das bedeutet, dass die Kaufkraft deines Geldes trotz Zinsen sinken kann.

Lange Laufzeiten lohnen sich vor allem, wenn du sicher bist, dass du das Geld nicht brauchst und mit der aktuellen Verzinsung langfristig zufrieden bist.

Falls du auf der Suche nach einem Festgeldkonto mit Top-Zinsen bist, findest du in unserem Vergleich die aktuell besten Angebote europäischer Banken.

Warum du Zinsen und Inflation nicht ignorieren solltest

Bevor du dich für eine Laufzeit entscheidest, solltest du die aktuelle Zinslage im Blick haben: Wenn die Zinsen hoch sind und voraussichtlich sinken, kann eine längere Laufzeit sinnvoll sein, um dir den guten Zins zu sichern. Wenn die Zinsen niedrig sind und Experten einen Anstieg erwarten, solltest du dich nicht zu lange binden.

Die Inflation ist ein ebenso wichtiger Faktor. Sie beschreibt den Kaufkraftverlust des Geldes. Die Deutsche Bundesbank erklärt, dass bei einer Inflationsrate von 2 % ein heute 100 Euro teurer Warenkorb in einem Jahr 102 Euro kosten würde. Ist dein Festgeldzins niedriger als die Inflationsrate, machst du real einen Verlust. Je länger das Geld festliegt, desto mehr kann die Kaufkraft leiden.

Die Leiterstrategie: So bleibst du flexibel und sicherst dir Zinsen

Eine clevere Strategie, um von verschiedenen Zinssituationen zu profitieren und gleichzeitig flexibel zu bleiben, ist die Staffelung. Man nennt dies auch Leiter- oder Treppenstrategie. Das bedeutet, dass du dein Geld auf mehrere Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten aufteilst. So wird regelmäßig ein Teil deines Kapitals frei und du kannst neu entscheiden, ob du es brauchst oder zu den dann aktuellen Konditionen wieder anlegst.

So funktioniert die Leiterstrategie in der Praxis

Stell dir vor, du möchtest 15.000 € anlegen. Anstatt den gesamten Betrag für fünf Jahre festzulegen, teilst du ihn in drei gleich große Teile auf und baust dir deine eigene Zinstreppe:

  • Stufe 1: 5.000 € legst du für 1 Jahr an.
  • Stufe 2: 5.000 € legst du für 3 Jahre an.
  • Stufe 3: 5.000 € legst du für 5 Jahre an.

Nach einem Jahr wird der erste Betrag fällig. Nun kannst du das Geld entweder nutzen oder es erneut für fünf Jahre anlegen, um die höchste Stufe deiner Leiter zu erneuern. So hast du regelmäßig frei werdendes Kapital und kannst flexibel auf Zinsschwankungen reagieren, ohne auf die Chance auf höhere Zinsen bei längeren Laufzeiten komplett zu verzichten. Die Vor- und Nachteile von Festgeld findest du auch in unserem Ratgeber: Festgeld Vorteile & Nachteile.

Checkliste: Finde deine perfekte Festgeld-Laufzeit

  • Ziel definieren: Wofür sparst du und wann brauchst du das Geld?
  • Zinsmeinung bilden: Erwartest du steigende oder fallende Zinsen?
  • Flexibilität prüfen: Wie wahrscheinlich ist es, dass du das Geld früher benötigst?
  • Angebote vergleichen: Welche Bank bietet die besten Zinsen für deine Wunschlaufzeit?
  • Strategie wählen: Legst du alles auf eine Karte oder nutzt du die Leiterstrategie zur Risikostreuung?

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Die perfekte Laufzeit für dein Festgeldkonto gibt es nicht – nur die, die am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt. Wäge die Vorteile höherer Zinsen bei langen Laufzeiten sorgfältig gegen den Wert der Flexibilität bei kurzen Laufzeiten ab. Berücksichtige dabei immer die aktuelle Zinslandschaft und die Inflationsrate. Mit einer durchdachten Strategie, wie der Aufteilung deines Geldes auf verschiedene Laufzeiten, findest du einen smarten Kompromiss und kannst das Beste aus deinem Ersparten herausholen.

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