Tagesgeld

Wie lange sollte das Geld auf einem Tagesgeldkonto liegen?

27. Juni 2025

Lesedauer: 12 Min

Person lehnt sich im Sessel zurück und betrachtet entspannt eine steigende Tagesgeldzins-Kurve auf einem Bildschirm.

Ein Tagesgeldkonto ist ideal, um dein Geld für kurzfristige Ziele oder als Notgroschen für bis zu 12 Monate anzulegen. Es bietet hohe Flexibilität und Sicherheit, da du jederzeit darauf zugreifen kannst. Für längere Anlagezeiträume solltest du jedoch Alternativen prüfen, um einen Wertverlust durch Inflation zu vermeiden und bessere Renditen zu erzielen.

Auf den Punkt

  • Ideal für kurzfristige Ziele: Ein Tagesgeldkonto eignet sich perfekt, um Geld für Anschaffungen innerhalb der nächsten Monate oder für einen Notgroschen zu parken.
  • Jederzeit verfügbar: Dein Geld ist auf einem Tagesgeldkonto nicht fest gebunden, sodass du jederzeit ohne Kündigungsfristen darauf zugreifen kannst.
  • Bessere Zinsen als auf dem Girokonto: In der Regel erhältst du hier höhere Zinsen als auf deinem Girokonto, aber weniger als bei langfristigen Anlagen wie Festgeld oder ETFs.
  • Schutz vor Inflationsverlust: Lässt du dein Geld zu lange auf dem Tagesgeldkonto, kann die Inflation die geringen Zinserträge übersteigen und die Kaufkraft deines Geldes mindern.
  • Keine langfristige Anlagelösung: Wenn du dein Geld für mehrere Jahre anlegen möchtest, sind andere Anlageformen wie Festgeld oder ETFs sinnvoller, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Wann ist ein Tagesgeldkonto die richtige Wahl für dich?

Tagesgeldkonten bieten dir eine einfache und zumeist kostenfreie Möglichkeit, dein Geld sicher und flexibel anzulegen. Der richtige Zeitpunkt, dein Geld auf einem Tagesgeldkonto zu haben, ist immer dann, wenn du es kurzfristig brauchst oder einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben haben möchtest. Es ist im Grunde der perfekte Parkplatz für Geld, das du nicht sofort für den Alltag benötigst, aber auch nicht langfristig binden willst. Mehr zu den Grundlagen erfährst du auch in unserem Ratgeber: Was ist ein Tagesgeldkonto?.

Lass uns das anhand konkreter Situationen verdeutlichen:

Für kurzfristige Sparziele

Hast du ein finanzielles Ziel, das du in den nächsten Monaten oder einem Jahr erreichen möchtest? In all diesen Fällen kannst du dein Geld problemlos für eine gewisse Zeit und deine persönlichen Sparziele dort anlegen.

  • Beispiel: Lisa möchte in acht Monaten für 1.500 € eine Reise nach Portugal machen. Jeden Monat überweist sie 200 € von ihrem Girokonto auf ihr Tagesgeldkonto. So spart sie diszipliniert, trennt das Geld von ihren täglichen Ausgaben und erhält dafür sogar noch ein paar Zinsen. Wenn sie die Reise buchen muss, kann sie sofort auf das Geld zugreifen.

Als Notgroschen für unerwartete Ausgaben

Ein Tagesgeldkonto ist der ideale Ort für deinen Notgroschen. Finanzexperten empfehlen, etwa drei bis sechs Netto-Monatsgehälter als eiserne Reserve zurückzulegen. Dieses Geld dient als Sicherheitspolster für unvorhergesehene Ereignisse wie eine kaputte Waschmaschine, eine teure Autoreparatur oder einen plötzlichen Jobverlust. Da es jederzeit verfügbar sein muss, ist das Tagesgeldkonto hierfür die beste Wahl.

Zum Parken von Geld für eine größere Anschaffung

Planst du eine größere Investition in naher Zukunft, hast das Geld aber noch nicht vollständig zusammen oder der Zeitpunkt ist noch nicht ganz klar? Auch hier ist das Tagesgeldkonto eine gute Zwischenlösung.

  • Beispiel: Tom und Sarah haben 10.000 € für die Anzahlung eines neuen Autos gespart. Sie sind sich aber noch nicht sicher, welches Modell es werden soll und warten auf ein gutes Angebot. Statt das Geld auf dem unverzinsten Girokonto liegen zu lassen, parken sie es auf einem Tagesgeldkonto. So ist es sicher, bringt Zinsen und ist sofort verfügbar, wenn das Traumauto auftaucht.

Die goldene Regel: Wie lange ist zu lange?

Die Frage, wie lange dein Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen sollte, ist zentral. Die Antwort ist nicht ganz so einfach, aber du kannst dich an unseren Empfehlungen orientieren: Für ein paar Monate oder auch ein Jahr ist dein Erspartes auf dem Tagesgeldkonto gut angelegt. Auf kurzfristige Sparziele kannst du so gut und sorgenfrei hinarbeiten.

Du weißt schon, dass du das Geld erst in einem oder zwei Jahren brauchst? Dann ist das Tagesgeld vielleicht nicht die beste Lösung. Der Hauptgrund dafür ist die Inflation.

Die Inflationsfalle: Wenn dein Geld an Wert verliert

Inflation bedeutet, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen und dein Geld an Kaufkraft verliert. Wenn der Zinssatz auf deinem Tagesgeldkonto niedriger ist als die Inflationsrate, machst du real einen Verlust. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Sparer bei der Geldanlage stets die aktuelle Inflationsrate im Blick haben sollten, um negative Realzinsen zu vermeiden.

  • Beispiel: Du hast 10.000 € auf einem Tagesgeldkonto mit 1,5 % Zinsen p.a. Das bringt dir 150 € Zinsen im Jahr. Liegt die Inflation aber bei 3 %, verliert dein Geld gleichzeitig 300 € an Kaufkraft. Real hast du also einen Verlust von 150 € gemacht.

Deshalb gilt: Sobald du absehen kannst, dass du dein Geld für länger als 12 bis 18 Monate nicht benötigst, solltest du dich nach Alternativen mit potenziell höheren Renditen umsehen.

  • Der Kernkonflikt: Sicherheit vs. Rendite. Ein Tagesgeldkonto maximiert deine Sicherheit und Flexibilität. Du gehst kein Kursrisiko ein und dein Geld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Diesen Vorteil bezahlst du jedoch mit einer vergleichsweise niedrigen Rendite. Je länger du dein Geld parkst, desto wichtiger wird es, diesen Kompromiss zu überdenken und nach Anlagemöglichkeiten zu suchen, die zumindest die Inflation ausgleichen.

Tagesgeld vs. Festgeld: Wann lohnt sich der Wechsel?

Wenn du dein Geld für einen festen Zeitraum von einem, zwei oder mehr Jahren entbehren kannst, könnte ein Festgeldkonto die bessere Alternative sein. Hierbei legst du dein Geld für eine vorab definierte Laufzeit zu einem festen Zinssatz an. Die Zinsen sind in der Regel höher als beim Tagesgeld, dafür kommst du während der Laufzeit nicht an dein Geld.

Hier eine Gegenüberstellung, die dir bei der Entscheidung hilft:

Vergleichstabelle: Tagesgeldkonto vs. Festgeldkonto

MerkmalTagesgeldkontoFestgeldkonto
VerfügbarkeitJederzeit und in voller Höhe verfügbarWährend der Laufzeit nicht verfügbar
ZinssatzVariabel, kann von der Bank jederzeit angepasst werdenFest für die gesamte Laufzeit garantiert
LaufzeitKeine feste LaufzeitFeste Laufzeit (z.B. 1, 2, 5 Jahre)
RenditeIn der Regel niedriger als beim FestgeldIn der Regel höher als beim Tagesgeld
Ideal fürNotgroschen, kurzfristige Sparziele, Geld parkenMittelfristiges Sparen mit festem Zeithorizont

Wenn du also bereits weißt, dass du einen bestimmten Betrag erst in zwei Jahren für den Kauf einer neuen Küche brauchst, ist Festgeld eine überlegenswerte Option. Wenn du mehr über die Funktionsweise erfahren möchtest, schau in unserem Ratgeber: Was ist ein Festgeldkonto? vorbei.

So findest du das beste Tagesgeldkonto für deine Ziele

Die Zinsen für Tagesgeldkonten unterscheiden sich von Bank zu Bank erheblich. Besonders Neukunden erhalten oft für einige Monate einen attraktiven Aktionszins. Es lohnt sich daher, die Angebote regelmäßig zu vergleichen, um die bestmögliche Rendite für dein geparktes Geld zu erzielen. Achte dabei nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die gesetzliche Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) stellt sicher, dass in Deutschland pro Kunde und Bank Einlagen bis zu 100.000 € gesetzlich geschützt sind.

Bist du bereit, das passende Konto für deine kurzfristigen Ziele zu finden und dein Geld sicher zu parken? Unser Vergleich hilft dir, die besten Angebote schnell und unkompliziert zu überblicken.

Checkliste: Wann und wie lange dein Geld auf dem Tagesgeldkonto bleiben sollte

  • Definiere dein Sparziel: Wofür sparst du und wann benötigst du das Geld?
  • Prüfe den Anlagehorizont: Bei einem Zeitraum von unter 12-18 Monaten ist das Tagesgeldkonto ideal.
  • Baue einen Notgroschen auf: Nutze das Konto, um eine Reserve von 3-6 Monatsgehältern aufzubauen.
  • Vergleiche die Zinsen: Nutze einen Online-Vergleich, um das Angebot mit den besten Konditionen zu finden.
  • Behalte die Inflation im Blick: Prüfe regelmäßig, ob die Zinsen deines Kontos die Inflation ausgleichen können.
  • Sei bereit für Alternativen: Sobald dein Anlagehorizont länger wird, informiere dich über Festgeld oder ETFs.

Häufig gestellte Fragen

Fazit: Flexibilität hat ihren Preis

Ein Tagesgeldkonto ist ein unverzichtbares Werkzeug für deine kurzfristige Finanzplanung und den Aufbau einer eisernen Reserve. Seine größte Stärke ist die unschlagbare Flexibilität, die dir jederzeit Zugriff auf dein Geld ermöglicht. Diese Freiheit geht jedoch zulasten der Rendite. Für einen Anlagehorizont von bis zu einem Jahr ist es die perfekte Wahl. Sobald du aber planst, dein Geld längerfristig für dich arbeiten zu lassen, solltest du den Schritt zu rentableren Anlageformen wie Festgeld oder ETFs wagen, um der Inflation ein Schnippchen zu schlagen.

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