Kontoführung

Wie sicher ist Online-Banking? 5 Tipps, wie du dich selbst schützt

27. Juni 2025

Lesedauer: 11 Min

Junge Frau steht in modernem Eingangsbereich und prüft ihr Konto auf dem Smartphone.

Online-Banking ist grundsätzlich sehr sicher, doch die größte Gefahr geht von Betrugsversuchen wie Phishing aus. Dabei versuchen Kriminelle, an deine sensiblen Bankdaten zu gelangen. Mit dem Wissen über diese Maschen und einigen einfachen Sicherheitsregeln kannst du dich jedoch effektiv schützen und deine Finanzen sicher online verwalten.

Auf den Punkt

  • Grundsätzlich ist Online-Banking in Deutschland durch hohe Sicherheitsstandards der Banken sehr sicher.
  • Die größte Gefahr für dich als Nutzer sind Betrugsmaschen wie Phishing, bei denen Kriminelle versuchen, dich zur Herausgabe deiner Zugangsdaten zu bewegen.
  • Du kannst deine Sicherheit erheblich erhöhen, indem du verdächtige E-Mails erkennst, sichere TAN-Verfahren nutzt und deine Kontobewegungen regelmäßig prüfst.
  • Solltest du doch einmal Opfer eines Angriffs werden, ist schnelles Handeln entscheidend: Informiere sofort deine Bank und lasse deine Konten und Karten sperren.

Welche Gefahren lauern wirklich beim Online-Banking?

Ja, Online-Banking hat unser Leben sehr viel bequemer gemacht. Aber: Es hat auch neue Gefahren geschaffen. Immer wieder gelangen Hacker durch perfide Tricks an sensible Bankdaten – oft sind die Fallen kaum noch zu erkennen. Wie sicher ist Online-Banking also wirklich? Und was kannst du selbst für deine Sicherheit tun? Hier erfährst du’s!

Die größte Bedrohung ist nicht die Technik selbst, sondern gezielte Täuschung. Ein täuschend echter Online-Shop, der genau die Schuhe führt, die du suchst – und das auch noch viel günstiger als bei allen anderen! Hin und weg von diesem Fund merkst du gar nicht, dass du beim Zahlungsvorgang um sensible Bankdaten gebeten wirst – und sie auch eintippst. Schuhe bekommst du am Ende keine. Dafür viel Rennerei, um deine Karten zu sperren und neue Bankdaten anzufordern, denn du bist Cyberkriminellen auf den Leim gegangen.

Dieses Vorgehen nennt man Phishing und es gehört zu den häufigsten Gefahren beim Online-Banking. Mit gefälschten E-Mails, SMS oder über täuschend echte Websites versuchen Cyberkriminelle, an die Bezahldaten von Bankkunden zu gelangen oder Schadsoftware wie Trojaner einzuschleusen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt davor, dass Kriminelle oft persönliche Daten nutzen, um ihre Nachrichten noch glaubwürdiger zu machen.

Besonders perfide wird’s, wenn sich die Betrüger als deine Bank ausgeben und dich auffordern, vertrauliche Daten wie PINs, Passwörter oder TANs herauszugeben. Solche Täuschungsversuche, bei denen die menschliche Psyche ausgenutzt wird, nennt man auch Social Engineering.

Achtung, Phishing-Gefahr!

So erkennst du eine gefälschte Nachricht deiner Bank. Deine Bank wird dich niemals per E-Mail, SMS oder Telefon zur Preisgabe von vertraulichen Daten wie deiner PIN oder einer TAN auffordern. Sei deshalb besonders misstrauisch, wenn du E-Mails erhältst, die dich zu dringenden Handlungen auffordern, zum Beispiel, weil dein Konto angeblich gesperrt wird. Oft enthalten diese Nachrichten Rechtschreibfehler, eine unpersönliche Anrede oder einen Link zu einer gefälschten Website. Wenn du eine solche Mail erhältst, klicke auf keinen Fall auf Links, ignoriere sie und informiere deine Bank darüber.

5 Tipps: Wie du dich selbst beim Online-Banking schützt

Trotz der Gefahren: Online-Banking gilt als sehr sicher. Denn die Banken tun viel, um den Zahlungsverkehr ihrer Bankkunden zu schützen. Doch das größte Einfallstor für Cyberangriffe ist und bleibt der Mensch. “Social Engineering” nennt man die Täuschungsversuche, mit denen Betrüger die Kontoinhaber manipulieren, um an ihre Daten zu gelangen.

Und davor schützt du dich am besten, wenn du in der Lage bist, lauernde Gefahren zu erkennen! Damit das gelingt, beachte diese 5 Tipps beim Online-Banking:

Tipp 1: Achte auf eine verschlüsselte Kommunikation

Wenn du online Bankgeschäfte erledigst, sollte in der Adresszeile deines Browsers immer “https” und ein geschlossenes Schloss-Symbol angezeigt werden. Nur dann ist die Datenübertragung zwischen dir und der Bank verschlüsselt und für Dritte nicht lesbar. Ist das nicht der Fall, solltest du die Seite umgehend verlassen und keine Daten eingeben.

Tipp 2: Verwende nur eigene und sichere Geräte

Erledige deine Bankgeschäfte nur auf Geräten, die dir gehören und deren Software (Betriebssystem, Browser, Virenscanner) du regelmäßig aktualisierst. Öffentliche Computer in Hotels oder Internet-Cafés oder ungesicherte WLAN-Netzwerke können unsicher sein. Wenn du unterwegs bist, nutze lieber deine mobile Datenverbindung statt eines öffentlichen WLANs.

Tipp 3: Kontrolliere deine Kontobewegungen regelmäßig

Komische Abbuchungen auf deinem Konto? Mit einer regelmäßigen Kontrolle deiner Umsätze fällt genau sowas schnell auf. So stellst du sicher, dass alle Transaktionen auch wirklich von dir genehmigt wurden. Viele Banking-Apps bieten Benachrichtigungen für Kontobewegungen an – eine einfache Möglichkeit, den Überblick zu behalten. Falls dir etwas komisch vorkommt, lies in unserem Ratgeber: Überweisung zurückholen nach, was du tun kannst.

Tipp 4: Nutze moderne und sichere TAN-Verfahren

Bestätige deine Überweisungen und Aufträge immer mit einem sicheren TAN-Verfahren. Eine TAN (Transaktionsnummer) ist eine Art digitale Unterschrift, die nur für einen einzigen Vorgang gültig ist. Das Wichtigste: TANs dürfen nur aus den Überweisungsdaten erzeugt werden und sind zeitlich begrenzt gültig.

Tipp 5: Überprüfe Absender, Betreffzeilen & Webseiten kritisch

Du hast eine Mail oder SMS bekommen, die dir komisch vorkommt? Dann solltest du innehalten, denn es könnte sich um Phishing handeln. Absurde Inhalte, Rechtschreibfehler in der Betreffzeile oder eine seltsame Absenderadresse können darauf hinweisen. Überprüfe in Online-Shops immer auch das Impressum – findest du keins oder ist es unvollständig, ist das bereits ein starkes Indiz für eine mögliche Betrugsmasche.

Vergleich: Welche TAN-Verfahren sind am sichersten?

Früher gab es iTAN-Listen auf Papier, doch diese gelten längst als unsicher. Heute gibt es verschiedene moderne Verfahren, die eine Zwei-Faktor-Authentisierung erfordern und damit deutlich mehr Schutz bieten. Hier ein Überblick:

TAN-VerfahrenSo funktioniert esSicherheitslevel
photoTAN / QR-TANDu scannst eine Grafik (ähnlich einem QR-Code) vom Bildschirm mit einer separaten App auf deinem Smartphone oder einem Lesegerät. Die App oder das Gerät generiert daraus die TAN.Sehr hoch
chipTAN / smartTANDu steckst deine Girocard in einen TAN-Generator und hältst diesen an den Bildschirm (optisch) oder gibst die Daten manuell ein. Das Gerät erzeugt dann eine TAN.Sehr hoch
pushTAN / App-TANDu erhältst eine Push-Nachricht auf deinem Smartphone in einer speziellen Banking-App und musst die Transaktion dort direkt freigeben.Hoch
smsTAN / mobileTANDu erhältst eine TAN per SMS auf dein Handy. Dieses Verfahren gilt als weniger sicher, da SMS abgefangen werden können.Mittel

Empfehlung: Die sichersten Verfahren sind photoTAN und chipTAN, da sie zwei komplett getrennte Geräte erfordern (z.B. Computer für das Online-Banking und Smartphone/TAN-Generator für die TAN-Erstellung). Dies macht es Betrügern extrem schwer, beide Kanäle gleichzeitig zu kompromittieren.

Was tun, wenn doch mal was schiefgeht?

Solltest du auf einen Phishing-Link geklickt oder das Gefühl haben, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein, musst du sofort handeln. Informiere deine Bank und sperre deine Konten und Karten – in den meisten Fällen geht das auch über den zentralen Sperr-Notruf 116 116. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rät dazu, bei einem Betrugsfall zudem immer Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Sollten Verluste entstehen, haftet in der Regel die Bank – vorausgesetzt, du hast nicht grob fahrlässig gehandelt und schnell reagiert. Grobe Fahrlässigkeit wäre zum Beispiel, wenn du deine PIN auf der Girocard notiert oder auf eine offensichtliche Phishing-Mail geantwortet hast. Wie du ein Girokonto im Ernstfall kündigst, erfährst du im Ratgeber: Girokonto kündigen.

Checkliste: Dein Fahrplan für sicheres Online-Banking

  • Prüfe die URL: Achte immer auf "https" und das Schloss-Symbol im Browser.
  • Nutze sichere Geräte: Erledige Bankgeschäfte nur auf privaten, geschützten Geräten.
  • Sei misstrauisch: Klicke niemals auf Links in unerwarteten E-Mails oder SMS deiner vermeintlichen Bank.
  • Verwende starke Passwörter: Nutze komplexe und für jeden Dienst einzigartige Passwörter.
  • Kontrolliere dein Konto: Überprüfe regelmäßig deine Umsätze auf verdächtige Abbuchungen.
  • Nutze sichere TAN-Verfahren: Bevorzuge photoTAN oder chipTAN.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Online-Banking ist heute ein sicherer und komfortabler Weg, um deine Finanzen zu managen. Die Banken investieren massiv in Sicherheitstechnologien, um dich zu schützen. Die größte Schwachstelle bleibt jedoch der Mensch. Indem du die Tricks der Betrüger kennst, wachsam bleibst und grundlegende Sicherheitsregeln befolgst, hast du die Kontrolle und kannst die Vorteile des digitalen Bankings sorgenfrei nutzen.

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