Was ist ein Kinderkonto und warum braucht es dein Kind?
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min

Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min
Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min
Ein Kinderkonto ist ein Girokonto auf Guthabenbasis, das speziell für Minderjährige entwickelt wurde. Es ermöglicht deinem Kind, den sicheren und risikofreien Umgang mit Geld zu lernen. Als Elternteil eröffnest du das Konto und behältst bis zur Volljährigkeit die volle Kontrolle, während dein Kind erste finanzielle Erfahrungen sammelt.
Auf den Punkt
- Frühes Lernen: Mit einem Kinderkonto lernt dein Kind von klein auf den verantwortungsbewussten Umgang mit eigenem Geld in einem geschützten Rahmen.
- Kein Schuldenrisiko: Das Konto funktioniert ausschließlich auf Guthabenbasis, sodass dein Kind nicht mehr Geld ausgeben kann, als verfügbar ist.
- Meistens kostenlos: Bei den meisten Banken sind die Kontoführung sowie die dazugehörige Bankkarte für das Kinderkonto komplett kostenlos.
- Volle Kontrolle für dich: Bis zum 18. Lebensjahr hast du als Erziehungsberechtigter vollen Einblick und die Kontrolle über alle Kontobewegungen und Einstellungen.
- Wächst mit: Das Kinderkonto entwickelt sich mit den Bedürfnissen deines Kindes weiter und wird später automatisch zu einem Jugendkonto mit mehr Funktionen.
Was genau ist ein Kinderkonto?
Ein Kinderkonto ist ein Girokonto, das vollständig auf die Bedürfnisse von Kindern – und Eltern – zugeschnitten ist. Mit diesem Konto ermöglichst du deinem minderjährigen Nachwuchs schon frühzeitig, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen – ganz ohne Risiko. Das Kinderkonto kann nur von den gesetzlichen Vertretern, also den Eltern oder Erziehungsberechtigten, eröffnet werden. Dafür hast du bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Kontrolle über das Konto und hast somit auch die Bankkarte, das Online-Banking und weitere Services im Blick.
Warum ein Kinderkonto für dein Kind so sinnvoll ist
Das Sparschwein ist meist nur noch Deko. Heute lernen Kinder den Umgang mit Geld deutlich moderner. Ein eigenes Konto ist dabei ein zentrales Werkzeug für die finanzielle Bildung. Dein Kind lernt nicht nur den Wert von Geld kennen, sondern auch, wie man es einteilt, darauf spart und digitale Zahlungsmethoden sicher nutzt.
Dieser spielerische Einstieg in die Finanzwelt ist entscheidend. Auch renommierte Wirtschaftsmedien wie das Handelsblatt betonen regelmäßig, wie wichtig die frühe finanzielle Erziehung ist, um später fundierte Entscheidungen treffen zu können. Du gibst deinem Kind damit die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln, während du im Hintergrund für die nötige Sicherheit sorgst. Wie du das Konto dann im Detail eröffnest, erklären wir dir in unserem Ratgeber: Kinderkonto eröffnen.
Die zwei Phasen: Vom Sparkonto zum Taschengeldkonto
Je nach Alter und Reife deines Kindes erfüllt das Konto unterschiedliche Zwecke. Man kann grob zwischen zwei Phasen unterscheiden.
Phase 1: Das Konto als digitales Sparschwein (0 bis 6 Jahre)
Du kannst deinem Kind bei vielen Anbietern bereits ab der Geburt ein Konto eröffnen. Bis zum siebten Lebensjahr gilt dein Kind rechtlich als geschäftsunfähig und darf keine eigenen Käufe tätigen. In dieser Zeit dient das Konto primär als Sammelstelle für Geldgeschenke von Großeltern oder Paten. Allerdings sind die Zinsen auf solchen Konten meist sehr gering. Je nach Höhe der Beträge kann es sich daher lohnen, das Geld alternativ anzulegen, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto oder in einem Depot.
Phase 2: Das aktive Taschengeldkonto (ab 7 Jahren)
Ab dem siebten Lebensjahr gilt dein Kind als beschränkt geschäftsfähig. Dann greift der sogenannte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB). Das bedeutet, dein Kind darf von seinem Taschengeld auch ohne deine Zustimmung kleinere Dinge kaufen. Ab diesem Zeitpunkt wird das Kinderkonto zu einem echten Lernwerkzeug für den Alltag.
| Merkmal | Sparkonto (0–6 Jahre) | Taschengeldkonto (ab 7 Jahre) |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Geldgeschenke sammeln, langfristig sparen | Taschengeld verwalten, erste Käufe tätigen |
| Zugriff Kind | Keinen direkten Zugriff | Eigener Zugriff per Karte und ggf. App |
| Bankkarte | Nein | Ja, meist eine Girocard auf Guthabenbasis |
| Lernziel | Den Wert des Sparens verstehen | Budgetierung, Umgang mit digitalem Geld |
Beispiel: Die 6-jährige Lena bekommt zum Geburtstag 100 Euro von ihren Großeltern. Ihre Eltern zahlen das Geld auf ihr Kinderkonto ein, wo es sicher verwahrt wird. Der 8-jährige Tom hingegen bekommt monatlich 15 Euro Taschengeld auf sein Konto. Mit seiner eigenen Girocard kauft er sich davon selbstständig ein Comic-Heft und lernt so, sein Budget für den Monat einzuteilen.
Worauf du bei einem Kinderkonto achten solltest
Die ersten finanziellen Schritte deines Kindes können sich auch für dich aufregend anfühlen. Aber keine Sorge, du hast die Fäden in der Hand. Die meisten Banken bieten nützliche Funktionen, um den Einstieg sicher zu gestalten.
Digitale Funktionen für Eltern
Moderne Kinderkonten bieten oft mehr als nur eine Karte. Achte gezielt auf digitale Funktionen für Eltern. Bei vielen Anbietern kannst du über dein eigenes Online-Banking oder eine separate App Limits für Abhebungen oder Zahlungen festlegen. Einige Apps senden dir sogar eine Push-Nachricht, wenn dein Kind die Karte benutzt. Diese digitalen Leitplanken sind Gold wert, denn sie ermöglichen es dir, deinem Kind Freiraum zu geben und gleichzeitig die nötige Übersicht zu behalten, ohne ständig über die Schulter schauen zu müssen.
Ab wann du die zum Kinderkonto gehörende Karte aushändigst, entscheidest du selbst. Wichtig ist, dass ihr vorher gemeinsam über den Umgang mit Geld gesprochen habt und klare Regeln festlegt.
Achtung: Wenn du das Kinderkonto bei einer Direktbank eröffnest, kann dein Kind möglicherweise keine Geldgeschenke oder Taschengeld am Automaten oder in einer Filiale einzahlen. An dieser Stelle lohnt es sich, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und nicht direkt bei deiner Hausbank ein Konto zu eröffnen.
Das Konto, das mitwächst: Was nach dem 18. Geburtstag passiert
Sobald dein Kind volljährig ist, stellt sich die Frage: Was passiert nun mit dem Konto? Die Geldinstitute wandeln das Kinderkonto meist automatisch in ein Nachfolgekonto oder reguläres Girokonto um. Ab diesem Zeitpunkt hat dein Kind selbst die volle Kontrolle über sein Konto. Es kann zusätzliche digitale Funktionen nutzen und bei ausreichender Bonität auch einen Dispokredit beantragen.
Unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel während einer Ausbildung oder eines Studiums – bleibt das Konto oft weiterhin kostenfrei. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sich rechtzeitig vor dem 18. Geburtstag bei der Bank über die neuen Konditionen zu informieren, um unerwartete Gebühren zu vermeiden.
Checkliste: Das Wichtigste zum Kinderkonto
- Zweck bestimmen: Braucht dein Kind das Konto primär zum Sparen oder schon aktiv für das Taschengeld?
- Angebote vergleichen: Prüfe nicht nur deine Hausbank, sondern vergleiche die Konditionen verschiedener Anbieter.
- Auf Kosten achten: Die Kontoführung sollte dauerhaft kostenlos sein, auch nach dem Übergang zum Jugendkonto.
- Digitale Features prüfen: Gibt es eine App mit Eltern-Funktionen zur Kontrolle von Limits und Ausgaben?
- Bargeldversorgung klären: Prüfe, wo dein Kind kostenlos Geld abheben und vor allem auch einzahlen kann.
- Regeln besprechen: Lege vor der ersten Nutzung klare Regeln für den Umgang mit Karte und Konto fest.
Häufig gestellte Fragen
Fazit: Ein smarter Start in die Finanzwelt
Ein Kinderkonto ist weit mehr als nur ein Ort, um das Taschengeld zu parken. Es ist ein modernes und sicheres Lernwerkzeug, das deinem Kind spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Geld beibringt. Indem du ein Konto auf Guthabenbasis wählst und die digitalen Kontrollfunktionen nutzt, gibst du deinem Kind den perfekten Rahmen, um finanzielle Selbstständigkeit zu üben – ohne Risiko und mit deiner vollen Unterstützung.


