So wechselst oder kündigst du ein Kinderkonto
27. Juni 2025
Lesedauer: 9 Min

Inhaltsverzeichnis
27. Juni 2025
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Ein Kinderkonto zu wechseln oder zu kündigen ist unkompliziert. Meist ist dafür die Zustimmung beider Elternteile nötig. Eröffne zuerst das neue Konto, übertrage dann das Guthaben und richte Daueraufträge neu ein, bevor du das alte Konto schriftlich kündigst. So stellst du einen reibungslosen Übergang sicher.
Auf den Punkt
- Wann ein Wechsel sinnvoll ist: Ein Kontowechsel lohnt sich, wenn die Konditionen nicht mehr passen, Gebühren anfallen oder dein Kind mehr Funktionen benötigt.
- Zustimmung ist entscheidend: Solange dein Kind minderjährig ist, müssen in der Regel beide sorgeberechtigten Elternteile dem Wechsel oder der Kündigung zustimmen.
- Die richtige Reihenfolge: Eröffne immer zuerst das neue Konto und richte alles ein, bevor du das alte Konto schließt, um Lücken zu vermeiden.
- Vergiss die Details nicht: Denke daran, regelmäßige Zahlungseingänge wie das Taschengeld oder Daueraufträge auf das neue Konto umzuziehen.
Warum solltest du ein Kinderkonto überhaupt wechseln?
Kinder wachsen – und ihre finanziellen Bedürfnisse wachsen mit. Ein Konto, das für einen Grundschüler perfekt war, passt vielleicht nicht mehr zu einem Teenager. Ein Wechsel kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, auch schon bevor dein Kind aus dem Konto „herausgewachsen“ ist.
Die häufigsten Gründe für einen Wechsel sind:
- Die Gebühren steigen: Einige Banken führen plötzlich Kontoführungsgebühren ein oder streichen bisherige Vorteile wie eine kostenlose Karte. Ein gutes Kinderkonto sollte aber immer kostenlos sein.
- Die Funktionen reichen nicht aus: Dein Kind möchte Online-Banking nutzen, aber das alte Konto bietet das nicht? Oder es wünscht sich eine moderne Debitkarte statt der alten Girocard? Das sind klare Signale für einen Wechsel.
- Es gibt bessere Alternativen: Der Finanzmarkt ist ständig in Bewegung. Vielleicht lockt ein anderer Anbieter mit einer deutlich besseren App, einer kleinen Guthabenverzinsung oder praktischen Features wie digitalen Spartöpfen.
- Der nächste Schritt steht an: Dein Kind wird älter und braucht ein vollwertiges Jugendkonto, das mehr kann – zum Beispiel Online-Zahlungen für Games oder eine Karte, die auch im Schüleraustausch im Ausland funktioniert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gelingt der Kontowechsel
Ein Kontowechsel klingt nach viel Aufwand, ist aber in der Regel schnell erledigt. Wenn du die folgenden Schritte beachtest, geht garantiert nichts schief.
Schritt 1: Das neue, passende Konto finden und eröffnen
Bevor du irgendetwas kündigst, solltest du das neue Konto finden und die Eröffnung komplett abschließen. Vergleiche verschiedene Angebote und achte dabei nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Funktionen, die für dein Kind jetzt und in naher Zukunft wichtig sind. Unser Ratgeber zum Thema Kinderkonto finden hilft dir dabei, die richtigen Kriterien anzulegen.
Wenn du das passende Konto gefunden hast, kannst du direkt mit dem Vergleich starten und die Eröffnung in die Wege leiten.
Schritt 2: Das alte Konto aufräumen und vorbereiten
Sobald das neue Konto einsatzbereit ist, ist es Zeit, das alte Konto für die Schließung vorzubereiten.
- Daueraufträge und Zahlungseingänge umstellen: Leite das Taschengeld, Geldgeschenke von den Großeltern oder andere regelmäßige Zahlungen auf die neue IBAN um.
- Offene Posten prüfen: Gibt es noch Lastschriften, die bald abgebucht werden? Stelle sicher, dass diese vom neuen Konto eingezogen werden.
Vielleicht kennst du den digitalen Kontowechselservice für Erwachsene, bei dem die neue Bank alle Zahlungspartner automatisch informiert. Beachte, dass dieser Service bei Kinderkonten oft nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Daher ist es umso wichtiger, dass du diesen Schritt manuell und sorgfältig durchführst. Erstelle am besten eine kleine Liste aller wiederkehrenden Zahlungen, um sicherzugehen, dass du nichts vergisst.
Schritt 3: Die formelle Kündigung einreichen
Jetzt kannst du das alte Konto kündigen. Meist reicht dafür eine schriftliche Kündigung per Brief oder über das Online-Banking-Portal der alten Bank. Bei minderjährigen Kindern müssen in der Regel beide sorgeberechtigten Elternteile unterschreiben. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme, die auch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gefordert wird, um die Konten von Minderjährigen zu schützen.
Beispiel: Der 14-jährige Jonas hat ein Konto bei der örtlichen Sparkasse. Für sein Moped möchte er online Ersatzteile bestellen und braucht dafür eine Debitkarte, die seine Bank nicht anbietet. Seine Eltern finden online ein kostenloses Jugendkonto bei einer Direktbank. Sie eröffnen es gemeinsam, stellen den Dauerauftrag für das Taschengeld um und kündigen dann schriftlich mit beiden Unterschriften das alte Konto.
Schritt 4: Guthaben übertragen und Schlussstrich ziehen
Im Kündigungsschreiben gibst du die IBAN des neuen Kinderkontos an. Die alte Bank wird dann das Restguthaben auf dieses Konto überweisen und das Konto anschließend schließen. Bewahre die Bestätigung der Kontoschließung gut auf.
Nur kündigen, ohne Wechsel: Das musst du beachten
Manchmal soll ein Kinderkonto auch einfach nur aufgelöst werden, zum Beispiel weil das angesparte Geld für eine größere Anschaffung verwendet wird. Auch hier gelten einige einfache Regeln:
- Wer darf kündigen? Bei Minderjährigen müssen die Eltern die Kündigung veranlassen. Das Kind kann nicht selbst entscheiden, sein Konto aufzulösen.
- Kündigungsfristen beachten: Die meisten Kinderkonten sind jederzeit kündbar. Ein Blick in die AGB der Bank gibt dir aber Sicherheit.
- Was passiert mit dem Geld? Das Guthaben wird entweder bar ausgezahlt oder auf ein anderes von dir angegebenes Konto überwiesen. Falls das Konto mit einer Sparfunktion mit fester Laufzeit verbunden ist (z.B. ein Prämiensparen), kann eine vorzeitige Auflösung Gebühren kosten.
Der Sonderfall: Was passiert, wenn dein Kind 18 wird?
Mit dem 18. Geburtstag endet deine Verfügungsberechtigung automatisch. Das Kinder- oder Jugendkonto wird von der Bank in ein reguläres Girokonto umgewandelt und dein Kind erhält die alleinige Kontrolle. Ab diesem Zeitpunkt kann es das Konto auch selbstständig wechseln oder kündigen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dass sich junge Erwachsene rechtzeitig über die neuen Konditionen informieren, da das Konto nun gebührenpflichtig werden könnte. Ein Girokonto-Wechsel zu einem kostenlosen Anbieter kann sich dann lohnen.
Checkliste: Kinderkonto wechseln oder kündigen
- Neues Konto finden: Vergleiche aktuelle Angebote und finde ein Konto, das besser zu den Bedürfnissen deines Kindes passt.
- Neues Konto eröffnen: Schließe die Eröffnung des neuen Kontos vollständig ab, bevor du weitere Schritte unternimmst.
- Zahlungen umziehen: Ändere alle Daueraufträge und informiere alle, die regelmäßig Geld senden (z. B. Großeltern).
- Schriftlich kündigen: Setze ein formloses Kündigungsschreiben auf und stelle sicher, dass alle Sorgeberechtigten unterschreiben.
- Guthaben übertragen lassen: Gib die neue IBAN im Kündigungsschreiben an, damit das Restguthaben sicher ankommt.
- Bestätigung abwarten: Warte auf die schriftliche Bestätigung der Kontoschließung durch die alte Bank.
Häufig gestellte Fragen
Fazit: Ein Kontowechsel ist einfacher als du denkst
Ein Kinderkonto zu wechseln oder zu kündigen ist kein Hexenwerk. Wichtig ist eine strukturierte Vorgehensweise: Erst das Neue eröffnen, dann das Alte aufräumen und schließlich kündigen. So stellst du sicher, dass das Konto deines Kindes immer zu seinen aktuellen Bedürfnissen passt und es die besten und sichersten Bedingungen für seine finanzielle Entwicklung hat.


