Girokonto

Einlagensicherung – So ist dein Geld geschützt

27. Juni 2025

Lesedauer: 10 Min

Frau im hellen Empfangsbereich prüft ihr Girokonto per Smartphone.

Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland schützt dein Geld auf Bankkonten wie Giro-, Tages- oder Festgeldkonten. Im Falle einer Bankenpleite ist dein Guthaben bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Person und Bank vollständig abgesichert. So wird sichergestellt, dass du dein Erspartes im Ernstfall nicht verlierst.

Auf den Punkt

  • Dein Geld auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert.
  • Bei einem Gemeinschaftskonto verdoppelt sich dieser Schutz auf 200.000 Euro, da der Anspruch für jeden Kontoinhaber einzeln gilt.
  • Wertpapiere wie Aktien oder ETFs fallen nicht unter die Einlagensicherung, bleiben aber im Falle einer Bankenpleite dein Eigentum und können auf ein anderes Depot übertragen werden.
  • Im Entschädigungsfall erhältst du dein Geld innerhalb von sieben Arbeitstagen zurück, ohne dass du selbst einen Antrag stellen musst.

Warum die Einlagensicherung dein finanzielles Airbag ist

Geld auf dem eigenen Konto – ein beruhigendes Gefühl. Doch was, wenn deine Bank zahlungsunfähig wird und in eine Pleite schlittert? Zugegeben, das ist in Deutschland sehr selten, aber nicht unmöglich. Ohne einen Schutzmechanismus könnte eine solche Insolvenz bedeuten, dass dein hart verdientes Geld verloren geht.

Genau hier greift die Einlagensicherung. Sie ist wie ein finanzieller Airbag, der im Crashfall aufgeht und dein Erspartes schützt. Selbst bei globalen Finanzkrisen haben sich die nationalen Sicherungssysteme bereits bewährt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bezeichnet die Einlagensicherung als eine der tragenden Säulen des Anlegerschutzes in Deutschland, die das Vertrauen in den Finanzsektor stärkt.

Wie die gesetzliche Einlagensicherung funktioniert: Die 100.000-Euro-Regel

Die gesetzliche Einlagensicherung ist die Basis für den Schutz deines Geldes in Deutschland und der gesamten EU. Sie funktioniert nach einfachen und klaren Regeln.

100.000 Euro pro Person und Bank

Das System schützt dein Guthaben bis zur Sicherungsgrenze von 100.000 Euro pro Person und Bank. Dieser Schutz gilt für alle deine Einlagen bei einem einzigen Kreditinstitut zusammen – egal ob es sich um ein Girokonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto handelt. Alle Banken in Deutschland sind mindestens durch dieses System abgesichert.

200.000 Euro Schutz bei Gemeinschaftskonten

Hast du ein Gemeinschaftskonto, zum Beispiel mit deinem Partner? Dann verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 Euro. Das liegt daran, dass jeder Kontoinhaber einen eigenen, persönlichen Anspruch auf die 100.000 Euro Absicherung hat.

Sonderfälle mit bis zu 500.000 Euro Schutz

In besonderen Lebenssituationen ist dein Guthaben für einen Zeitraum von sechs Monaten nach der Einzahlung sogar bis zu 500.000 Euro gesichert. Das gilt zum Beispiel für Geldeingänge aus einem Hausverkauf, einer Abfindung, einer Erbschaft oder einer Versicherungsauszahlung. So hast du genug Zeit, um größere Summen sicher auf verschiedene Banken zu verteilen oder neu anzulegen.

Was ist geschützt – und was nicht? Ein klarer Überblick

Nicht alle deine Finanzanlagen bei einer Bank sind durch die Einlagensicherung abgedeckt. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Bankguthaben und Wertpapieren zu kennen.

Geschützte Einlagen (bis 100.000 €)Nicht geschützte Anlagen
Guthaben auf GirokontenAktien, Fonds und ETFs in deinem Depot
Guthaben auf Tagesgeld- & FestgeldkontenAnleihen (Schuldverschreibungen) von Unternehmen oder Staaten
Guthaben auf Sparkonten und SparbriefeZertifikate und andere strukturierte Finanzprodukte
TermineinlagenKryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum

Warum deine Aktien und ETFs trotzdem sicher sind.

Wertpapiere wie Aktien oder Fondsanteile sind dein persönliches Eigentum, nicht das der Bank. Sie werden von der Bank nur für dich in deinem Depot verwahrt und gelten rechtlich als sogenanntes Sondervermögen. Das bedeutet: Geht deine Bank pleite, sind deine Wertpapiere davon nicht betroffen. Sie fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank. Du kannst in diesem Fall einfach einen Depotübertrag zu einer anderen Bank veranlassen und hast weiterhin vollen Zugriff auf deine Anlagen.

Was tun, wenn du mehr als 100.000 Euro hast?

Die gesetzliche Einlagensicherung ist auf 100.000 Euro begrenzt. Hast du mehr Geld bei einer einzigen Bank liegen, ist der darüber hinausgehende Betrag im Falle einer Pleite nicht geschützt. Hier gibt es zwei Lösungsansätze:

Freiwillige Sicherungssysteme der Banken

Neben der gesetzlichen Sicherung gibt es in Deutschland freiwillige Einlagensicherungsfonds, die oft weitaus höhere Beträge schützen.

  • Viele private Banken sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB).
  • Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) haben eigene, institutsbezogene Sicherungssysteme, die historisch darauf ausgelegt sind, eine Pleite von vornherein zu verhindern.

Beispiel A: Tante Edith legt 150.000 € auf ein Konto bei einer Bank, die nur die gesetzliche Einlagensicherung bietet. Wird die Bank zahlungsunfähig, sind 100.000 € abgesichert, aber sie würde 50.000 € verlieren. Beispiel B: Onkel Hans legt ebenfalls 150.000 € an – aber bei einer Bank mit einem zusätzlichen, freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Hier sind die ersten 100.000 € gesetzlich gesichert und die restlichen 50.000 € durch den zusätzlichen Schutz. Sein gesamtes Geld bleibt erhalten.

Geld clever auf mehrere Banken verteilen

Die einfachste und sicherste Strategie ist, dein Geld auf mehrere Banken zu verteilen. Wenn du zum Beispiel 200.000 Euro hast, kannst du jeweils 100.000 Euro bei Bank A und Bank B anlegen. So nutzt du die gesetzliche Einlagensicherung mehrfach und dein gesamtes Kapital ist vollständig geschützt. Allerdings ist es immer die Frage, wie viele Konten tatsächlich sinnvoll sind. Mehr zu diesem Thema kannst du aber auch in unserem Ratgeber: Wie viele Girokonten? nachlesen.

Was passiert im Ernstfall? So schnell bekommst du dein Geld zurück

Geht eine Bank pleite, musst du nicht monatelang auf dein Geld warten. Der Prozess ist klar geregelt und kundenfreundlich. Gesetzlich ist festgelegt, dass die Rückzahlung deines gesicherten Guthabens innerhalb von sieben Arbeitstagen erfolgen muss. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin, um Sparern Sorgen zu nehmen.

Zuständig für die Auszahlung ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) oder das jeweilige Sicherungssystem der Bank. Du musst in der Regel keinen Antrag stellen; die Abwicklung erfolgt automatisch.

Checkliste: So sorgst du für maximale Sicherheit deines Geldes

  • Limit im Blick behalten: Achte darauf, nicht mehr als 100.000 Euro bei einer einzigen Bank zu parken (inklusive Zinsen).
  • Geld verteilen: Verteile größere Summen auf verschiedene, voneinander unabhängige Banken.
  • Sicherungssystem prüfen: Informiere dich vor der Kontoeröffnung, welchem Sicherungssystem die Bank angehört, besonders bei ausländischen Anbietern.
  • Gemeinschaftskonten nutzen: Bei gemeinsamen Finanzen verdoppelt ein Gemeinschaftskonto den Schutz auf 200.000 Euro.
  • Sondervermögen verstehen: Erinnere dich daran, dass deine Wertpapiere im Depot auch bei einer Bankenpleite sicher und dein Eigentum sind.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Dank der gesetzlichen Einlagensicherung ist dein Geld auf deutschen und europäischen Bankkonten bis zu 100.000 Euro extrem sicher. Dieses Wissen sollte dir ein beruhigendes Gefühl im Umgang mit deinen Finanzen geben. Für Beträge, die darüber hinausgehen, ist es eine kluge Strategie, das Geld auf mehrere Banken zu verteilen oder auf Institute mit erweiterten, freiwilligen Sicherungssystemen zu setzen. So ist dein Kapital auch in turbulenten Zeiten bestens geschützt.

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