Direktbank oder Filialbank? Vor- und Nachteile im Check
27. Juni 2025
Lesedauer: 10 Min

Inhaltsverzeichnis
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Die Entscheidung zwischen Direktbank und Filialbank hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Filialbanken bieten persönliche Beratung vor Ort, haben aber oft höhere Gebühren. Direktbanken punkten mit günstigen Online-Konditionen und hoher Flexibilität, verzichten dafür aber auf ein eigenes Filialnetz und persönlichen Service.
Auf den Punkt
- Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken bieten dir ein dichtes Netz an Standorten für persönliche Beratung und einfache Bargeldeinzahlungen.
- Direktbanken sind reine Online-banken, die durch den Verzicht auf Filialen oft kostenlose Girokonten und bessere Zinskonditionen anbieten können.
- Deine Wahl sollte davon abhängen, was dir wichtiger ist: niedrige Kosten und digitale Flexibilität (Direktbank) oder persönlicher Service vor Ort (Filialbank).
- Du musst dich nicht für eine entscheiden: Viele nutzen eine Kombination, zum Beispiel ein kostenloses Girokonto bei der Direktbank und ein Depot oder eine Baufinanzierung bei der Filialbank.
Was ist eine Filialbank? Der traditionelle Weg
Stell dir vor, du gehst in ein traditionelles Restaurant: Ein Kellner begrüßt dich, erklärt die Speisekarte und gibt dir Empfehlungen. Du genießt den Service und die Atmosphäre – zahlst aber auch etwas mehr für diese persönliche Betreuung.
Bei Filialbanken ist es ähnlich. Banken wie die Sparkasse, Volksbank oder Commerzbank verfügen über ein weit verzweigtes Filialnetz in ganz Deutschland. Das bedeutet: Du kannst überall in deiner Nähe Geld einzahlen, Geld abheben, Überweisungen von deinem Girokonto tätigen oder dich persönlich beraten lassen. Dieser Service hat allerdings oft seinen Preis. Die Kontoführungsgebühren sind meist höher und die Zinsen für Kredite oder Wertpapierdepots können teurer sein als bei reinen Online-Anbietern.
Vorteile von Filialbanken
- Persönliche Beratung in der Bankfiliale vor Ort
- Filialen und Geldautomaten fast immer in deiner Nähe
- Einfache Bargeldeinzahlung am Schalter oder Automaten
Nachteile von Filialbanken
- Oft höhere Gebühren für das Girokonto
- Service ist an begrenzte Öffnungszeiten gebunden
- Teilweise teurere Konditionen bei Krediten & Depots
Was ist eine Direktbank? Der digitale Weg
Bestimmt kennst du ein modernes Selbstbedienungscafé: Du holst dir dein Essen oder Getränk schnell am Automaten oder über eine App – ohne lange Erklärungen. Das spart Zeit und oft auch Geld, aber auf persönlichen Service musst du verzichten.
Direktbanken wie ING, N26 oder DKB funktionieren genau so. Sie setzen komplett auf Online-Banking und verzichten auf ein teures Filialnetz. Dein Banking läuft also vollständig über eine App oder das Online-Portal. Für Servicefragen gibt es zwar Hotlines und Chats, aber einen festen, persönlichen Ansprechpartner wie in der Filiale hast du nicht.
Der große Vorteil: Direktbanken sparen durch den Verzicht auf Filialen und Personal vor Ort erhebliche Kosten. Diese Ersparnis geben sie oft in Form von günstigeren Konditionen an dich weiter. Der Nachteil? Bargeldeinzahlungen sind bei Onlinebanken oft komplizierter und können gebührenpflichtig sein.
Vorteile einer Direktbank
- Oft günstige oder kostenlose Kontoführung
- Banking ist 24/7 online verfügbar
- Meist bessere Konditionen bei Krediten & Sparen
Nachteile einer Direktbank
- Keine persönliche Beratung vor Ort
- Kein eigenes Filialnetz
- Bargeldeinzahlung oft umständlich oder kostenpflichtig
Direktbank vs. Filialbank: Der große Vergleich
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle gegenübergestellt:
| Merkmal | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|
| Kontoführungsgebühren | Oft kostenlos oder sehr günstig. | In der Regel fallen monatliche Gebühren an. |
| Beratung & Service | Digital per Telefon, Chat oder E-Mail. Kein fester Ansprechpartner. | Persönlicher Berater in der Filiale, an Öffnungszeiten gebunden. |
| Bargeld abheben | Kostenlos an Automaten von Partnerbanken oder im Einzelhandel. | Kostenlos am großen, eigenen Automatennetz. |
| Bargeld einzahlen | Oft schwierig und mit Gebühren verbunden. Nur bei Partnerbanken, über Fremdbanken oder im Supermarkt möglich. | Einfach und kostenlos am Schalter oder an Einzahlungsautomaten. |
| Konditionen (Zinsen) | Meist attraktivere Zinsen für Tagesgeld und günstigere Kreditzinsen. | Oft schlechtere Zinskonditionen für Sparer und teurere Kredite. |
| Sicherheit | Sehr hoch. Genauso sicher wie Filialbanken, durch gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. | Sehr hoch. Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € und oft weitere, institutsbezogene Sicherungssysteme. |
Das Beste aus beiden Welten: Warum nicht beides kombinieren?
Du musst dich nicht für ein Modell entscheiden. Viele clevere Nutzer kombinieren die Vorteile beider Banktypen. Sie nutzen zum Beispiel ein kostenloses Girokonto bei einer Direktbank für den täglichen Zahlungsverkehr und profitieren von den niedrigen Kosten. Gleichzeitig haben sie für wichtige Themen wie eine Baufinanzierung oder eine komplexe Geldanlage einen persönlichen Berater bei einer Filialbank in der Hinterhand. So bleibst du flexibel und sparst Geld, ohne auf wichtigen Service verzichten zu müssen.
Welcher Bank-Typ passt am besten zu dir?
Um die richtige Entscheidung zu treffen, solltest du dir überlegen, was dir im Finanzalltag wirklich wichtig ist. Beantworte dir diese Fragen:
- Wie wichtig ist dir persönliche Beratung? Wenn du gerne mit einem Berater sprichst, etwa für Kredite oder Geldanlagen, bist du bei einer Filialbank gut aufgehoben.
- Wie erledigst du deine Bankgeschäfte am liebsten? Wenn du alles schnell, unkompliziert und digital per App erledigen willst, ist eine Direktbank perfekt für dich.
- Wie oft musst du Bargeld einzahlen? Wer oft Bargeld auf sein Konto einzahlen muss (z. B. aus einem Nebenjob), für den ist eine Filialbank praktischer. Die Verbraucherzentrale NRW hat in einer Stichprobe gezeigt, dass Bareinzahlungen bei Direktbanken oft kompliziert und teuer sein können. Tipps dazu findest du im Ratgeber: Geld abheben & einzahlen.
- Was ist dir wichtiger: niedrige Gebühren oder Service vor Ort? Wenn dein Hauptziel ist, Kosten zu sparen, sind Direktbanken meist die bessere Wahl.
Checkliste: So findest du die richtige Bank für dich
- Bedarf analysieren: Brauche ich persönliche Beratung oder reicht mir Online-Service?
- Bargeld-Check: Wie oft hebe ich Geld ab und – noch wichtiger – wie oft zahle ich Bargeld ein?
- Kosten vergleichen: Welche Kontoführungsgebühren, Kartenkosten und sonstigen Gebühren fallen an?
- Konditionen prüfen: Wo bekomme ich die besseren Zinsen für Sparguthaben oder einen günstigeren Dispokredit?
- Flexibilität bedenken: Ist es für mich eine Option, verschiedene Produkte bei unterschiedlichen Banken zu haben?
Häufig gestellte Fragen
Fazit
Die Wahl der richtigen Bank hängt ganz von deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Es gibt keine pauschal "beste" Bankart. Legst du viel Wert auf persönliche Beratung und unkomplizierte Bargeldgeschäfte, ist die Filialbank eine gute Wahl. Bist du eher der digitale Typ, der seine Finanzen flexibel und kostengünstig verwalten möchte, dann könnte eine Direktbank die perfekte Lösung für dich sein. Und vergiss nicht die dritte Option: Eine clevere Kombination beider Modelle.


