Wie finde ich das richtige Depot für ETFs?
27. Juni 2025
Lesedauer: 12 Min

Inhaltsverzeichnis
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Das richtige Depot für deine ETFs findest du, indem du Kosten und Leistung vergleichst. Achte auf geringe oder keine Depotgebühren und niedrige Transaktionskosten, besonders bei Sparplänen. Neobroker sind oft am günstigsten, während Online-Broker mehr Service bieten. Deine Wertpapiere sind als Sondervermögen immer sicher geschützt.
Auf den Punkt
- Es gibt drei Depot-Typen – Filialbanken, Online-Broker und Neobroker – die sich vor allem bei den Kosten und der digitalen Bedienung unterscheiden.
- Die zwei größten Kostentreiber sind die Depotgebühr (Grundpreis) und die Transaktionskosten, die bei jedem Kauf oder Verkauf anfallen.
- Für ETF-Sparpläne sind die Gebühren besonders wichtig: Eine fixe Gebühr von 1,50 € auf eine 50 € Rate entspricht 3 % Kosten allein für die Ausführung.
- Deine Wertpapiere sind Sondervermögen und damit auch bei einer Pleite des Anbieters geschützt; Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € gesetzlich gesichert.
- Welches Depot das beste für dich ist, hängt von deinem Nutzungsverhalten ab: Wer nur einen Sparplan bespart, hat andere Anforderungen als jemand, der häufig handelt.
Was ist ein Depot und warum brauchst du eins?
Ein Depot ist im Grunde dein digitales Schließfach für Wertpapiere. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto, nur dass darin keine Euros, sondern deine Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs aufbewahrt werden. Ohne ein Depot kannst du keine Wertpapiere handeln – so simpel ist es. Deine Käufe und Verkäufe wickelst du dabei über ein zugehöriges Verrechnungskonto ab, auf das du Geld von deinem normalen Girokonto überweist.
Broker vs. Depotbank: Wer macht was?
Im Alltag werden die Begriffe oft synonym verwendet, aber es gibt einen technischen Unterschied:
- Der Broker ist der Dienstleister, der deine Kauf- und Verkaufsaufträge entgegennimmt und an der Börse ausführt. Er verschafft dir also den Handelszugang.
- Die Depotbank ist das Institut, das deine Wertpapiere sicher verwahrt, dir Dividenden weiterleitet und das Verrechnungskonto zur Verfügung stellt.
In der Praxis sind Broker und Depotbank oft dasselbe Unternehmen (z. B. bei comdirect). Bei modernen Neobrokern ist die Depotbank häufig ein Partner im Hintergrund (z. B. Scalable Capital als Broker mit der Baader Bank als Depotbank).
Wie sicher ist dein Geld im Depot?
Deine Anlagen sind sehr sicher. Wie die Verbraucherzentrale bestätigt, sind deine Wertpapiere gesetzlich als Sondervermögen geschützt. Das bedeutet, sie gehören immer dir und werden getrennt vom Vermögen der Bank aufbewahrt. Sollte dein Anbieter pleitegehen, sind deine ETFs davon nicht betroffen und können einfach auf ein anderes Depot übertragen werden. Das Geld, das auf deinem Verrechnungskonto liegt, ist zusätzlich durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.
Die Kosten im Griff: Worauf du wirklich achten musst
Die Kosten entscheiden am Ende maßgeblich über deine Rendite. Diese Posten solltest du bei der Wahl deines Depots genau vergleichen:
- Depotgebühr: Eine Grundgebühr, die monatlich, quartalsweise oder jährlich anfallen kann. Bei den meisten digitalen Anbietern liegt sie bei 0 €.
- Transaktionskosten (Ordergebühren): Diese Gebühr wird pro Kauf oder Verkauf fällig. Es gibt verschiedene Modelle wie Festpreise (z. B. 1 € pro Trade) oder prozentuale Gebühren.
- Sparplangebühren: Kosten, die pro Ausführung deines Sparplans anfallen. Hier gibt es oft kostenlose Angebote, aber auch fixe (z. B. 1,50 €) oder prozentuale Modelle (z. B. 1,5 %).
- Börsenplatz- & Fremdgebühren: Kleine Aufschläge, die je nach gewähltem Handelsplatz zusätzlich anfallen können.
| Depot-Typ | Typische Depotgebühr | Typische Orderkosten (5.000 € Kauf) | Typische Sparplankosten (50 € Rate) |
|---|---|---|---|
| Filialbank | Oft vorhanden (ca. 20–50 €/Jahr) | Hoch (z. B. 1,0 % = 50 €) | Hoch (z. B. 1,5 % = 0,75 €) |
| Online-Broker | Meist 0 € | Mittel (z. B. 0,25 % + 5 € = 17,50 €) | Gering oder kostenlos |
| Neobroker | Immer 0 € | Sehr niedrig (oft 0 € – 1 €) | Meist kostenlos |
Warum kostenlose Sparpläne für Einsteiger entscheidend sind
Gerade bei kleinen Sparraten können Gebühren deine Rendite regelrecht auffressen. Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Wenn du monatlich 50 € sparst und dein Broker dafür eine fixe Gebühr von 1,50 € pro Ausführung verlangt, gehen sofort 3 % deiner Sparrate nur für die Kosten drauf. Das heißt, dein Investment muss erst einmal 3 % an Wert gewinnen, nur um die Kaufgebühr wieder auszugleichen. Über die Jahre summiert sich das zu einem erheblichen Betrag, der dir für den Zinseszinseffekt fehlt. Achte deshalb unbedingt darauf, einen Anbieter zu wählen, der deine gewünschten ETFs im kostenlosen Sparplan anbietet.
Den passenden ETF für dein Depot finden: Eine Kurzanleitung
Sobald dein Depot startklar ist, brauchst du den richtigen ETF. Das geht in drei einfachen Schritten.
Schritt 1: Deine Strategie festlegen
Für Einsteiger ist die Antwort meist einfach: passiv und breit gestreut investieren. Das bedeutet, du kaufst einen einzigen ETF, der einen globalen Index wie den MSCI World oder FTSE All-World abbildet. So investierst du automatisch in Tausende Unternehmen weltweit und profitierst vom allgemeinen Wachstum der Wirtschaft, ohne dich um einzelne Aktien kümmern zu müssen. Wie du dein Portfolio weiter verfeinern kannst, liest du in unserem Ratgeber: Portfolio aufbauen.
Schritt 2: ETFs anhand von Kennzahlen vergleichen
Achte auf diese Merkmale, um einen guten ETF zu erkennen:
- Kosten (TER): Die Total Expense Ratio sollte bei Standard-ETFs möglichst niedrig sein, idealerweise unter 0,3 % pro Jahr.
- Replikation: Physische ETFs kaufen die echten Aktien und sind für Anfänger oft transparenter und leichter verständlich.
- Ertragsverwendung: Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an, was den Zinseszinseffekt maximal ausnutzt und ideal für den langfristigen Vermögensaufbau ist.
- Fondsvolumen: Ein Volumen von über 100 Mio. € gilt als etabliert und reduziert das Risiko einer Fondsschließung.
Schritt 3: ETF per WKN/ISIN finden und kaufen
Jeder ETF hat eine eindeutige Kennnummer (WKN oder ISIN). Suche diese Nummer auf einem Finanzportal, gib sie in die Suchleiste deines Brokers ein und platziere deine Order – entweder als Einmalkauf oder, noch einfacher, als monatlichen Sparplan.
Du hast deine Strategie und weißt, worauf es ankommt? Dann finde jetzt das Depot, das am besten zu dir passt.
So eröffnest du dein Depot: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Depoteröffnung ist heute ein rein digitaler Prozess, der meist in 15 Minuten erledigt ist.
- Anbieter auswählen: Vergleiche Broker anhand von Kosten und ETF-Auswahl. Beliebte Anbieter für Einsteiger sind Scalable Capital, Trade Republic, ING oder comdirect.
- Online-Antrag ausfüllen: Gib deine persönlichen Daten wie Name, Adresse und Steuer-ID an.
- Identität bestätigen: Führe das Video-Ident- oder Foto-Ident-Verfahren durch. Halte dafür deinen Personalausweis bereit.
- Risikofragen beantworten: Beantworte die gesetzlich vorgeschriebenen Fragen zu deiner bisherigen Anlageerfahrung ehrlich.
- Zugangsdaten erhalten: Nach wenigen Stunden oder Tagen ist dein Depot aktiv und du erhältst deine Login-Daten.
- Geld überweisen: Lade dein Verrechnungskonto per Überweisung von deinem Girokonto auf.
- ETF-Sparplan einrichten: Suche deinen Wunsch-ETF, lege Sparrate sowie Ausführungstag fest und starte den Sparplan. Fertig!
ETF kaufen oder Sparplan einrichten: Was ist besser für dich?
Du kannst entweder einmalig einen größeren Betrag investieren oder regelmäßig kleine Summen sparen.
Die Einmalanlage: So kaufst du ETFs direkt
Hast du einen größeren Betrag zur Verfügung, kannst du direkt Anteile kaufen. Mit einer Market-Order kaufst du sofort zum nächsten verfügbaren Preis. Das ist einfach und bei großen, liquiden ETFs völlig ausreichend. Mit einer Limit-Order legst du einen Maximalpreis fest, den du zu zahlen bereit bist, und schützt dich so vor Preissprüngen.
Der Sparplan: Automatisch und diszipliniert Vermögen aufbauen
Ein ETF-Sparplan ist der ideale Einstieg ins Investieren. Du investierst automatisch einen festen Betrag, zum Beispiel 50 € pro Monat. Das sorgt für Disziplin und nutzt den Durchschnittskosteneffekt, da du bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile kaufst. So musst du nie über den "perfekten" Zeitpunkt nachdenken. Mehr Details dazu findest du in unserem Ratgeber: ETF Sparplan.
Du möchtest direkt mit einem Sparplan loslegen? Unser Vergleich hilft dir, den günstigsten Anbieter für deine Wünsche zu finden.
Was bringt langfristiges Investieren wirklich?
Ein ETF-Investment ist ein Marathon, kein Sprint. Du solltest dein Geld mindestens 10 Jahre, besser länger, anlegen können. Erst dann entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Kraft.
- Beispiel nach 10 Jahren: Jana investiert mit 30 jeden Monat 100 €. Nach 10 Jahren hat sie 12.000 € eingezahlt, ihr Depot ist aber bereits ca. 16.400 € wert.
- Beispiel nach 25 Jahren: Armin startet mit 35 ebenfalls mit 100 € monatlich. Nach 25 Jahren hat er 30.000 € eingezahlt, sein Depot ist aber schon ca. 66.500 € wert. Mehr als die Hälfte des Wertes sind reine Erträge.
- Beispiel nach 35 Jahren: Derya beginnt mit 25 Jahren mit 100 € pro Monat. Nach 35 Jahren hat sie 42.000 € eingezahlt, ihr Depot hat aber einen Wert von ca. 117.000 €. Der Ertrag ist fast doppelt so hoch wie ihre Einzahlungen.
(Die Beispiele basieren auf einer angenommenen jährlichen Rendite und sind fiktiv.)
Checkliste: Dein Weg zum richtigen Depot
- Strategie festlegen: Bestimme dein Ziel und entscheide dich für eine breite, passive Anlagestrategie.
- Depotanbieter vergleichen: Wähle zwischen Neobroker, Online-Broker oder Filialbank basierend auf deinen Bedürfnissen.
- Kosten prüfen: Achte vor allem auf kostenlose Sparpläne und eine geringe oder keine Depotgebühr.
- Sicherheit verstehen: Deine ETFs sind als Sondervermögen geschützt, dein Guthaben über die Einlagensicherung.
- ETF-Auswahl treffen: Wähle einen kostengünstigen, thesaurierenden Welt-ETF mit hohem Fondsvolumen.
- Sparplan einrichten: Automatisiere deine Investments mit einem monatlichen Sparplan.
Häufig gestellte Fragen
Fazit: Die Depotwahl leicht gemacht
Das „eine perfekte“ Depot für jeden gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Anbieter zu deinem Anlageverhalten passt. Wenn du hauptsächlich einen Sparplan besparen möchtest, sind die Kosten für die Sparplanausführung und die Depotführung die wichtigsten Kriterien. Sind die Kosten niedrig, die Bedienung einfach und deine gewünschten ETFs verfügbar, hast du das richtige Depot für dich gefunden.


