Geldanlage

Wie finde ich das richtige Depot?

27. Juni 2025

Lesedauer: 7 Min

Junge Frau sitzt an einem Schreibtisch mit einem Sparschwein und schaut auf ein Handy

Du willst mit ETFs starten – brauchst aber noch das passende Depot? Kein Problem. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du den richtigen Anbieter findest, worauf es bei den Kosten wirklich ankommt und wie du anschließend clever investierst: ob per Einmalanlage oder Sparplan. Verständlich erklärt – damit du einfach und sicher loslegen kannst.

Auf den Punkt

  • Es gibt drei Depot-Typen: Filialbanken, Online-Broker und Neobroker – sie unterscheiden sich vor allem bei Kosten & Bedienung
  • Die zwei größten Kostentreiber: Depotgebühr (Grundpreis) und Transaktionskosten (pro Kauf/Verkauf)
  • Für Sparpläne sind Gebühren besonders kritisch – 1,50 € auf 50 € Rate = 3 % Kosten pro Ausführung
  • Sicherheit: Wertpapiere sind Sondervermögen und bleiben immer dein Eigentum, auch wenn der Anbieter pleite geht. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € gesetzlich geschützt
  • Dein Use Case entscheidet: Vieltrader brauchen andere Konditionen als reine Sparplanfans

Was ist ein Depot – kurz erklärt

Ein Depot ist dein digitales Schließfach für Wertpapiere – ähnlich wie ein Konto, nur eben für Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs. Gekauft wird über den Broker, verwahrt bei der Depotbank. Kaufen/Verkaufen läuft über ein Verrechnungskonto, auf das du Geld überweist. Ohne Depot keine Trades – so simpel.

Broker vs. Depotbank: Wer macht was?

  • Broker: führt deine Kauf-/Verkaufsaufträge an der Börse aus (Handelszugang).
  • Depotbank: verwahrt deine Wertpapiere, leitet Dividenden weiter und stellt das Verrechnungskonto.

Good to know: In der Praxis sind Broker und Depotbank manchmal ein Anbieter. Bei neuen Anbietern verwahrt oft eine Partnerbank. Hier zwei Beispiele:

Beispiel 1: Scalable Capital

  • Broker & App-Anbieter: Scalable Capital
  • Depotbank (Partnerbank): Baader Bank
  • Verwahrung & Verrechnungskonto über Baader Bank

Beispiel 2: comdirect

  • Broker & Depotbank in einem
  • Alles aus einer Hand (Teil der Commerzbank)

Sicherheit:

  • Wertpapiere = Sondervermögen (bleiben dein Eigentum, auch wenn der Anbieter pleitegeht).
  • Guthaben auf dem Verrechnungskonto = bis 100.000 € pro Bank gesetzlich abgesichert.

Kosten im Überblick (mit Beispielrechnung)

Diese Kosten solltest du vergleichen – sie entscheiden am Ende über deine Rendite:

  • Depotgebühr: Grundgebühr pro Monat/Quartal/Jahr – oft 0 € bei digitalen Anbietern.
  • Transaktionskosten: pro Order fällig. Modelle: Festpreis (z. B. 1 €), prozentual (z. B. 0,25 %), oder Mischmodelle.
  • Börsenplatz-/Fremdgebühren: kleine Aufschläge je nach Handelsplatz.
  • Sparplangebühren: fix (z. B. 1,50 €) oder prozentual (z. B. 1,5 %). Achte besonders bei kleinen Raten darauf.
OptionGebührenmodellBeispiel-OrderBeispielkosten
Filialbank (Beispiel)1,0 % vom OrdervolumenKauf 5.000 €50,00 €
Online-Broker (Beispiel)0,25 % + 5,00 € GrundpreisKauf 5.000 €17,50 €
Neobroker (Beispiel)FestpreisKauf 5.000 €0,00 € – 1,00 €
Sparplan gebührenpflichtig1,50 € fix pro Ausführung50 € Rate3,0 % je Ausführung
Sparplan kostenlos0,00 € pro Ausführung50 € Rate0,0 % je Ausführung

Du siehst: Besonders bei kleinen Sparraten fressen fixe Gebühren unverhältnismäßig viel Rendite. Wenn möglich, wähle kostenlose Sparpläne.

Handelsplätze & Spreads: Was kostet die Ausführung?

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Enge Spreads = günstiger Handel. Breite Spreads = teurer. Große, liquide ETFs (z. B. auf Weltindizes) haben meistens enge Spreads; spezielle Nischen-ETFs können breitere Spreads haben.

Spread kurz erklärt

Wo finde ich den Spread?

Den Spread siehst du bei fast allen Brokern direkt in der Kauf-/Verkauf-Ansicht eines Wertpapiers.
Typischerweise werden dort der Briefkurs (Ask) und der Geldkurs (Bid) angezeigt:

  • Bid (Verkaufskurs) = Preis, zu dem du verkaufen kannst
  • Ask (Kaufkurs) = Preis, zu dem du kaufen kannst

Wie berechnet man den Spread?

Spread in € = Ask (Kaufkurs) – Bid (Verkaufskurs)

Spread in % = (Ask – Bid) / Mittelkurs × 100

Beispiel:

Ein ETF hat folgende Kurse:

  • Bid (Verkauf): 99,80 €
  • Ask (Kauf): 100,20 €

Spread in € = 100,20 € – 99,80 € = 0,40 €

Tipp:
Handeln zu Hauptmarktzeiten kann Spreads oft reduzieren.
Für langfristige Sparer sind kleine Spread-Unterschiede weniger relevant.

ETF auswählen: So triffst du die Produktwahl

Schritt 1: Strategie klarziehen

Möchtest du weltweit und breit gestreut investieren – oder gezielt in bestimmte Regionen, Branchen oder Trends?

  • Weltweit und breit gestreut investieren bedeutet, dein Geld wird über viele Länder, Branchen und Unternehmen verteilt – typischerweise mit einem ETF auf einen globalen Index wie den MSCI World oder FTSE All-World. So streust du dein Risiko und profitierst vom weltweiten Wirtschaftswachstum.
  • Gezielt in Regionen, Branchen oder Trends investieren heißt, du setzt bewusst auf einzelne Märkte (z. B. USA, Schwellenländer), bestimmte Sektoren (z. B. Technologie, Gesundheitswesen) oder Themen (z. B. erneuerbare Energien, KI, Wasserstoff). Das kann höhere Chancen bieten – ist aber auch riskanter, weil du weniger gestreut bist.

Empfehlung für Anfänger: Ein ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World ist oft ein guter Start (also Strategie a). Warum? Diese ETFs investieren automatisch in hundert bis tausende Unternehmen weltweit, vor allem in große, etablierte Firmen. Du musst dich also nicht um einzelne Aktien kümmern – und bist trotzdem breit gestreut.

Willst du passiv investieren und den Markt abbilden – oder aktivere Strategien verfolgen?

  • Passiv investieren heißt: Du kaufst z. B. einen ETF, der einfach einen Index wie den MSCI World oder den DAX abbildet – ganz ohne eigenes Zutun. Du bist automatisch breit gestreut und profitierst langfristig vom allgemeinen Wachstum der Wirtschaft.
  • Aktiv investieren heißt: Du versuchst gezielt, bessere Rendite als der Markt zu erzielen – zum Beispiel durch Einzelauswahl von Aktien, das Setzen auf bestimmte Branchen oder durch Markt-Timing. Das kann höhere Gewinne bringen, erfordert aber viel Wissen, Erfahrung und birgt höhere Risiken.

Empfehlung für Anfänger: Passiv investieren ist meist die bessere Wahl. Es ist einfacher, günstiger und langfristig oft erfolgreicher – gerade für alle, die keine Börsenprofis sind oder wenig Zeit haben.

Schritt 2: Produkte vergleichen

Dabei solltest du inbesondere auf folgende Faktoren achten:

Kosten (TER): z. B. 0,10–0,50 % p. a.

TER steht für „Total Expense Ratio“ – also die jährlichen laufenden Kosten des ETFs in Prozent. Beispiel: Bei 0,20 % TER zahlst du 2 € Gebühren pro Jahr bei 1.000 € investiertem Kapital. Empfehlung: Achte auf niedrige TERs (unter 0,3 %), besonders bei Standard-Indizes wie MSCI World – das spart langfristig viel Geld.

Replikation: physisch vs. synthetisch

Physisch replizierend: Der ETF kauft die echten Aktien, die im Index enthalten sind. Synthetisch replizierend: Der ETF bildet den Index über Finanzprodukte (Swaps) nach – oft bei schwer handelbaren Märkten. Empfehlung: Für Anfänger sind physische ETFs transparenter und leichter verständlich.

Ertragsverwendung: ausschüttend vs. thesaurierend

Ausschüttend: Dividenden werden regelmäßig ausgezahlt – du bekommst sie aufs Konto. Thesaurierend: Dividenden werden automatisch wieder angelegt – dein Vermögen wächst ohne dein Zutun. Empfehlung: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, fährt mit thesaurierenden ETFs oft besser, da der Zinseszinseffekt optimal genutzt wird.

Fondsvolumen, Alter des Fonds, Tracking-Differenz

Fondsvolumen: Wie viel Geld insgesamt im ETF steckt. Mind. 100 Mio. € gelten als stabiles Maß für etablierte Fonds. Alter: Je länger der Fonds besteht, desto mehr Erfahrung & Vergleichswerte. Tracking-Differenz: Zeigt, wie gut der ETF den Index abbildet (je näher am Index, desto besser). Empfehlung: Wähle ETFs mit hohem Fondsvolumen, mind. 1 Jahr Historie und möglichst geringer Tracking-Differenz.

Verfügbarkeit als kostenloser Sparplan

Viele Broker bieten ETFs im kostenlosen Sparplan an – d. h. du kannst monatlich investieren, ohne Kaufgebühren zu zahlen. Empfehlung: Nutze ETFs, die bei deinem Broker gebührenfrei besparbar sind – ideal für regelmäßiges, automatisiertes Investieren.

Schritt 3: Identifizieren & kaufen

In der Regel startest du , in dem du zuerst die WKN/ISIN im Broker suchst, Fonds prüfst und die Order platzierst.

Jeder ETF hat eine eindeutige Kennnummer – die WKN (Wertpapierkennnummer) oder die ISIN (International Securities Identification Number). Mit dieser Nummer findest du den ETF zielgenau in der App oder im Online-Broker.

Wie macht man das konkret? WKN/ISIN heraussuchen – z. B. auf Finanzportalen wie justETF.com oder extraETF.com.

Beispiel: ISIN IE00B4L5Y983 = iShares Core MSCI World ETF

Im Broker eingeben – einfach in der Suchleiste der App oder Plattform.

Fonds prüfen – z. B. Anbieter, Index, Gebühren, Ertragsverwendung.

Order platzieren – auswählen, ob du den ETF einmal kaufen oder einen monatlichen Sparplan einrichten möchtest.

Tipp für Anfänger: Ein Sparplan ist oft die einfachste Lösung – du wählst nur Betrag und Datum, der Kauf läuft dann automatisch jeden Monat.

Depot eröffnen: So läuft’s ab - Schritt für Schritt

1. Den passenden Anbieter auswählen

Zuerst brauchst du einen guten Broker – also eine Plattform, bei der du dein Depot führst und ETF-Sparpläne einrichten kannst.

Wichtige Kriterien für mtl. Sparbeträge zwischen 50 und 100 Euro:

  • Keine Depotgebühren
  • Kostenlose ETF-Sparpläne
  • Gute App oder Web-Oberfläche
  • Einfache Bedienung

Empfehlung für Einsteiger:

Beliebte Anbieter mit kostenlosen Sparplänen und guter Nutzerführung sind z. B. Trade Republic, Scalable Capital, ING, comdirect oder Finanzen.net Zero.

Wenn du einmalig einen größeren Betrag investieren möchtest (z. B. 5.000 € oder mehr) oder monatlich hohe Sparraten ab 500 € planst, solltest du darauf achten, dass dein Broker:

  • Günstige Einmal-Käufe anbietet (z. B. geringe oder keine Ordergebühr)
  • Bruchstücke (ETF-Anteile ab 1 €) kaufen kann, damit dein Geld voll investiert wird
  • Flexible Sparintervalle erlaubt (z. B. mehrmals im Monat)

Empfehlung für solche Fälle:

Scalable Capital (Broker-Modell): 0 € Ordergebühr im Prime-Modell (für Vielinvestoren lohnenswert), große ETF-Auswahl, auch für Einmalanlagen ideal

Trade Republic: Keine Kaufgebühren auf ETFs, einfache Bedienung, automatische Wiederanlage von Dividenden möglich ING oder comdirect: Gut geeignet, wenn du neben ETFs auch aktiv gemanagte Fonds, Tagesgeld oder Girokonto nutzen möchtest

Tipp: Wenn du unsicher bist, ob du sofort alles investieren sollst, kannst du eine Kombination aus Einmalanlage + Sparplan wählen – z. B. 3.000 € sofort investieren und 200 €/Monat per Sparplan weiterlaufen lassen.

2. Online-Antrag ausfüllen

Auf der Website oder in der App deines gewählten Brokers klickst du auf „Depot eröffnen“ und gibst folgende Daten an: Name, Adresse, E-Mail Geburtsdatum & Steuer-ID Referenzkonto (dein Girokonto, von dem Geld ein- und ausgezahlt wird)

3. Ident-Verfahren durchführen

Damit deine Identität bestätigt wird, musst du dich legitimieren – meist per:

  • Video-Ident (Live-Video mit Ausweis in die Kamera halten)
  • oder Foto-Ident (Fotos von Ausweis & Gesicht hochladen)

Dauert meist nur 5–10 Minuten und geht bequem per Smartphone oder Laptop.

4. Risikofragen beantworten

Du musst ein paar Fragen zu deiner Erfahrung mit Wertpapieren beantworten (z. B. ob du schon mal Aktien oder ETFs gekauft hast). Diese Fragen dienen dem Schutz und sind gesetzlich vorgeschrieben – du kannst auch „Keine Erfahrung“ angeben.

5. Zugangsdaten erhalten & Konto aktivieren

Nach erfolgreicher Identifikation bekommst du deine Zugangsdaten per E-Mail oder Post. In der Regel dauert es nur wenige Stunden bis 2 Tage, bis dein Depot aktiv ist.

6. Verrechnungskonto aufladen

Bevor du investieren kannst, musst du dein Verrechnungskonto beim Broker mit Geld aufladen – einfach per Überweisung vom Girokonto. Bei bestimmten Anbietern ist das deutlich einfacher, insbesondere wenn Girokonto und Depot bei derselben Bank geführt werden – zum Beispiel bei der comdirect oder ING.

Vorteil: alles aus einer Hand

Wenn du z. B. dein Girokonto bei der comdirect hast und dort auch dein Depot eröffnest, dann wird dein Girokonto automatisch als Referenz- und Verrechnungskonto verwendet.

Das heißt: Keine separate Aufladung notwendig, Geld wird direkt vom Girokonto abgebucht, wenn du ETF-Anteile kaufst oder ein Sparplan ausgeführt wird Dividenden oder Erlöse aus Verkäufen werden automatisch dem Girokonto gutgeschrieben. Das macht die Handhabung besonders einfach und bequem, da du kein zusätzliches Konto überwachen oder aufladen musst.

Im Vergleich dazu:

Bei Brokern wie Trade Republic oder Scalable Capital bekommst du ein eigenes Verrechnungskonto, das du per Überweisung von deinem Girokonto aufladen musst, bevor investiert werden kann.

Empfehlung für Einsteiger:

Wenn du möglichst wenig Verwaltungsaufwand möchtest, kann es sinnvoll sein, Girokonto und Depot bei derselben Bank zu führen – besonders bei Banken wie comdirect, ING oder DKB.

7. ETF-Sparplan einrichten

Jetzt kannst du deinen Wunsch-ETF über WKN oder ISIN suchen und einen Sparplan einrichten:

  • Betrag wählen (z. B. 50 oder 100 € monatlich)
  • Ausführungstag festlegen (z. B. 1. oder 15. im Monat)
  • Sparplan starten

Fertig! Du investierst jetzt automatisch – und baust langfristig Vermögen auf.

ETF kaufen: So funktioniert´s in der Praxis

Wenn du einen ETF kaufst, musst du beim Broker angeben, wie und zu welchem Preis du kaufen möchtest. Dabei gibt es verschiedene Orderarten – also Anweisungen an den Broker, wie der Kauf genau ablaufen soll:

Market-Order: schnell & einfach

Mit einer Market-Order kaufst du den ETF sofort zum nächsten verfügbaren Preis. Das ist die einfachste Methode – besonders bei großen ETFs mit vielen Käufern und Verkäufern (z. B. MSCI World).

Beispiel: Du klickst auf „Kaufen“, und der ETF wird sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt – z. B. für 100,15 € pro Anteil. Für Anfänger meist völlig ausreichend, besonders bei gängigen ETFs oder im Sparplan.

Limit-Order: mit Preisgrenze

Mit einer Limit-Order legst du einen maximalen Preis fest, den du bereit bist zu zahlen. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs diesen Preis erreicht oder günstiger ist.

Beispiel: Du willst nur kaufen, wenn der ETF bei höchstens 99,50 € steht → dann gibst du ein Limit von 99,50 € ein. Warum das sinnvoll ist: So schützt du dich vor kurzfristigen Preisausschlägen – besonders bei weniger gehandelten ETFs mit breitem „Spread“ (Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs).

Stückzahl oder Betrag eingeben

Du kannst entweder sagen:

  • „Ich will 3 Anteile kaufen“
  • oder: „Ich will für 500 € kaufen“

Der Broker rechnet automatisch um, wie viele Anteile du bekommst – auch Bruchstücke (z. B. 2,78 Anteile) sind möglich.

Was du als Einsteiger wissen solltest: Bei bekannten ETFs mit engem Spread (z. B. MSCI World, FTSE All-World) reicht in der Regel eine Market-Order völlig aus. Bei kleineren oder Nischen-ETFs ist ein Limit sinnvoll, um nicht zu viel zu zahlen. Für Sparpläne brauchst du kein Limit – hier wird ohnehin automatisch monatlich investiert.

Sparpläne: Automatisch investieren

Mit einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig – zum Beispiel monatlich 25, 50 oder 200 € – ganz automatisch. Das ist ideal für den Vermögensaufbau, besonders wenn du nicht alles auf einmal anlegen willst oder kannst.

So funktioniert ein Sparplan:

Du wählst einen ETF und legst fest, wie viel Geld du regelmäßig investieren möchtest. Dein Broker investiert dann monatlich automatisch, zum Beispiel immer am 1. oder 15. des Monats. Du kannst den Betrag jederzeit ändern, den Sparplan pausieren oder löschen – ganz flexibel.

Vorteile von Sparplänen – einfach erklärt:

Disziplin

Der Betrag wird automatisch investiert – ohne dass du jedes Mal aktiv werden musst. So baust du dir Schritt für Schritt ein Vermögen auf, ganz nebenbei.

Cost-Averaging (Durchschnittskosteneffekt)

Weil du jeden Monat zum aktuellen Kurs kaufst, bekommst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Langfristig ergibt sich dadurch ein günstiger Durchschnittspreis – du musst also nicht den „perfekten Zeitpunkt“ treffen.

Zinseszinseffekt

Die erzielten Erträge (z. B. Kursgewinne, Dividenden bei thesaurierenden ETFs) werden wieder investiert – dadurch wächst dein Vermögen immer schneller, je länger du sparst.

Bruchstücke möglich

Auch wenn ein ETF z. B. 100 € pro Anteil kostet, kannst du trotzdem schon mit 25 € sparen. Der Broker kauft dann einfach Teil-Anteile (z. B. 0,25 Stück).

Fazit für Einsteiger:

Sparpläne sind der ideale Einstieg ins Investieren: einfach, günstig, flexibel – und vor allem langfristig erfolgreich. Schon mit kleinen Beträgen kannst du loslegen und dir Stück für Stück ein Polster für die Zukunft aufbauen.

Was bringt langfristiges Investieren wirklich?

Wichtig vorweg:

Ein ETF-Investment ist keine Lösung für kurzfristige Wünsche wie ein neues Auto oder eine Urlaubsreise. Denn die Börse schwankt – manchmal deutlich. Deshalb gilt: Mindestens 10 Jahre Anlagedauer, besser länger!

Wer monatlich 100 € in einen weltweit gestreuten ETF investiert, baut Schritt für Schritt ein Vermögen auf – ohne großes Startkapital. Aber: Die Zeit ist der entscheidende Hebel. Denn erst mit der Dauer entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Kraft.

10 Jahre: solider Start in den Vermögensaufbau

Beispiel: Jana (30) will früh mit dem Investieren anfangen, aber flexibel bleiben. Sie legt 100 € pro Monat in einen ETF an – ohne auf das Geld kurzfristig zugreifen zu müssen.

  • Eingezahlt: 12.000 €
  • Depotwert nach 10 Jahren: ca. 16.400 €
  • Erträge: ca. 4.400 €

Fazit: In den ersten 10 Jahren macht sich regelmäßiges Investieren bereits deutlich bemerkbar – ein Plus von über 35 %. Ideal für langfristige Rücklagen, z. B. für spätere Freiheit bei der Arbeit, Familie oder größere Lebensentscheidungen.

25 Jahre: echtes Vermögen entsteht

Beispiel: Armin (35) möchte seine Altersvorsorge nicht allein der gesetzlichen Rente überlassen. Er beginnt mit 100 € monatlich – diszipliniert und ohne Unterbrechung.

  • Eingezahlt: 30.000 €
  • Depotwert nach 25 Jahren: ca. 66.500 €
  • Erträge: ca. 36.500 €

Fazit: Mehr als die Hälfte des Endwerts stammt aus reinen Kapitalerträgen – das ist der Zinseszinseffekt in Aktion. Ideal für alle, die sich ein zweites Standbein für die Rente aufbauen wollen.

35 Jahre: vom Sparer zum Investor

Beispiel: Derya (25) startet früh und bleibt dabei – 100 € pro Monat, konsequent über 35 Jahre.

  • Eingezahlt: 42.000 €
  • Depotwert nach 35 Jahren: ca. 117.000 €
  • Erträge: ca. 75.000 €

Fazit: Der Ertrag ist fast doppelt so hoch wie die Einzahlung. Je früher du anfängst und je länger du investierst, desto mehr arbeitet dein Geld für dich – ganz ohne Stress, ohne Markttiming. Der Schlüssel ist: ruhig bleiben, regelmäßig investieren und Zeit geben.

Was du daraus mitnehmen solltest:

Langfristigkeit zahlt sich aus. In den ersten Jahren kommt der Effekt langsam – danach umso stärker.

Nicht zwischendurch verkaufen. Wer 10+ Jahre durchhält, kann Marktschwankungen aussitzen.

Jeder kann investieren. Schon mit 100 € monatlich lässt sich nachhaltig Vermögen aufbauen

ETF-Checkliste für Einsteiger

Ziel & Risikoprofil festlegen
→ Investierst du langfristig (z. B. für die Rente)?
Bist du eher sicherheitsorientiert oder bereit, Schwankungen auszuhalten?

Strategie wählen: breit oder fokussiert?
Weltweiter ETF oder gezielter Fokus auf Branchen/Regionen?
Für Einsteiger meist: breit & passiv.

Depotanbieter vergleichen
Filialbank, Online-Broker oder Neobroker?
Achte auf einfache Bedienung, gute App und Support.

Kosten prüfen
→ Gebühren für Depot, Käufe/Verkäufe, Sparpläne & Börsenplätze.
Tipp: Viele ETFs sind als Sparplan kostenlos besparbar.

Sicherheit checken
ETFs sind Sondervermögen (insolvenzgeschützt),
Guthaben auf dem Verrechnungskonto bis 100.000 € gesetzlich abgesichert.

ETF-Auswahl treffen
→ Achte auf TER (Kostenquote), Replikation (physisch vs. synthetisch),
Ertragsverwendung (ausschüttend vs. thesaurierend), Fondsvolumen & Alter.

Sparplan einrichten
→ Wähle Betrag (z. B. 100 €), Rhythmus (z. B. monatlich), Ausführungstag
und prüfe, ob dein ETF kostenlos besparbar ist.

Langfristig dranbleiben
Depot regelmäßig (z. B. jährlich) prüfen – aber nicht täglich nervös werden.
Schwankungen sind normal.

Häufig gestellte Fragen

Fazit: Depotwahl leicht gemacht

Das „eine perfekte“ Depot gibt es nicht. Entscheidend ist, dass es zu deinem Verhalten passt: Wie oft handelst du, wie hoch sind deine Beträge, brauchst du viele Börsenplätze oder reicht Standard? Wenn die Kosten niedrig sind, die Bedienung passt und deine ETFs verfügbar sind, bist du am Ziel.